Arcadia Power

Author Topic: Identitäre Demokratiegefährdung: Rechtspopulismus für Mitläufer und Patrioten  (Read 317 times)

hellboy

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Die Identitären machen auch kein Hehl darus, wer sie eigentlich sind. Schließlich tragen sie bei ihren Umzügen vorne immer ihre gagerlgelben Wimpel mit dem verunglückten Mazda-Logo, und hinten schwenken ein paar Patrioten russische Fahnen. Damit sind sie die Speerspitze des Putinismus in Mitteleuropa, einer politischen Strömung die sich fast ausschließlich auf Patriotismus und Führerkult gründet. Bei Putin sieht man wiederum das, was ebenfalls typisch für Patriotismus ist: wenn der große Anfürher wirtschaftspolitisch scheitert und abgewirtschaftet hat, fängt er halt einen Krieg an. Das ist nichts typisch russisches, das ist auf der ganzen Welt so. Alleine die US-Präsidenten haben das bis auf Obama in letzter Zeit alle gemacht. Reagan war ohnehin ständig im Krieg, ob offiziell oder illegal und geheim, Bush Sr. hat den ersten Irakkrieg angefangen, als die Wirtschft lahmte, als die Lewinski-Affäre aufkam hat Bill Cliton Libyen bombardiert, Bush Jr. kam 9/11 gerade recht, deshalb ja die ganzen Vorwürfe er würde selbst dahinterstecken, hatte er doch so den perfekten Vorwand für den zweiten Irakkrieg. Argentinien hat den Falklandkrieg auch angefangen, als die Wirtschaft dort an Boden war, und Thatcher hat auch nur so schnell mobil gemacht, weil sie das ebenfalls gerade bitter nötig hatte, wegen, Überrraschung, der miesen Wirtschaftslage im Land. Das sind nur einige Beispiele die zeigen, wie Patriotismus funktioniert, denn die Beliebtheitswerte beim Volk sind leider bei all den großen Führern in allen diesen Fällen steil nach oben gegangen.

Mein Lieblingspeispiel ist und bleibt aber Nicaragua. Die kommunistischen Sandinistas die dort herrschen sind natürlich notorisch pleite, dazu sind sie ja Kommunisten. Um die darbende Bevölkerung davon abzulenken, wollen sie auch ein bisschen Krieg spielen. Als Gegner kommt dafür aber nur das benachbarte Costa Rica in Frage. Die haben aber gar keine Armee, denen reicht ihr militärisches Beistandsabkommen mit den USA und anderen amerikanischen Staaten, und die Tatsache, daß sie das reichste Land weit und breit sind, und für diesen Beistand auch zahlen können. Deshalb können die Nicos die Ticos nicht wirklich angreifen. Die Sandinisas haben sich dafür aber eine Lösung ausgeacht, die auf den ersten Blich ziemlich lächerlich wirkt: im Grenzfluß zwischen den beiden Ländern gibt es eine unbewohnte Insel. Die wird von beiden Ländern beansprucht, obwohl sie eigentlich wertlos ist. Die wird dann von den Nicos bombardiert, weil das liefert tolle Bilder von Explosionen und Carracho, die braucht man, damit es nach Krieg aussieht. Die Ticos protestieren, und drohen mit dem Eigreifen ihrer Schutzmächte. Sobald Gras über die Sache, bzw Buschwerk über die zerbombte Insel gewachsen ist, geht das ganze wiede von vorne los. Alles in allem ein ziemlich fauler Zauber. Es wäre ja anzunehmen, daß auf diesen lächerlichen Theaterdonner niemand hereinfällt, wäre da nicht die Tatsache, daß die Sandinistas ihr Publikum ganz genau kennen: es sind Patrioten.

ahoy
hellboy
Darwin was wrong.                   i'd rather be morally right
Man is still an ape.                   than politically correct!