Author Topic: von verschwörungsspinnern und esotanzbären  (Read 2752 times)

hellboy

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Re: von verschwörungsspinnern und esotanzbären
« on: 2015, 08, 16; 12:36:45 »
Jetzt ist es so weit. Sie marschieren. Nur die Piraten marschieren nicht mit, und deshalb werden wir von denen natürlich beschimpft. Wir empfinden das als Auszeichnung.

Weil man das im deutschen Sync-Forum so schlecht wiederfindet, parke ich meine Texte mal wieder hier.

Das ist der Thread im Sync-Forum: https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=501874

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Niemand sagt, daß man mit Mondlandungsleugnern nicht reden darf. Man darf sie halt nicht ernst nehmen. Man könnte diesen Leuten ja mal raten, in eine Sternwarte zu gehen, ein Teleskop auf den Mond zu richten, und sich davon zu überzeugen, daß dort eine Menge Zeug rumsteht, noch von den diversen Mondlandungen. Aber dann würden sie sich bestimmt wieder was einfallen lassen, zB daß das in jedes Teleskop eingebaut ist, um alle zu täuschen, weil sie einfach religiöse Fanatiker sind, die ihre Dogmen niemals aufgeben werden, und seien sie auch noch so absurd.

Und was soll ein "9/11-Kritiker" sein? Sollte normal sein, daß man das was dort passiert ist kritisch sieht. Es geht um die sogenannten "truther", deren Name schon wie der der Katholiken aussagt, daß sie größenwahnsinniger Weise von sich annehmen, sie hätten die Wahrheit für sich gepachtet, und daß sie an einer kritischen Reflektion ihrer absurden Dogmen ohnehin nicht interessiert sind. Nur sind halt Leute die glauben, die Bush-Regierung hätte damit irgendwas zu tun, vollkommen bescheuert. Bush und seine Leute waren kaum in der Lage, sich selbst die Schuhe zu binden. Wer denen die Organisation einer so umfangreichen Operation zutraut, ist selber auch nicht schlauer. Und wenn man sich die angeblichen Indizien dieser Leute mal näher ansieht, kann man wirklich nurnoch facepalmierend das weite suchen. Auch wenn die einem dann Überheblichkeit unterstellen in ihrer Verzweiflung (was sie eigentlich immer tun, das Repertoire ist bei denen ja sehr begrenzt), einfach weitergehen, es ist Zeitverschwendung!

Alleine das muß für eine politische Partei, die auch nur ansatzweise ernstgenommen werden will schon reichen, sich von solchen Figuren fernzuhalten. Nicht weil sie vielleicht Rechte sind, sondern weil sie mit einem abartigen Fanatismus vollkommen absurde Dinge vertreten. Weil sie Leute wie Jebsen als ihre Gurus feiern, und nein, Jebsen ist nich israelkritisch, er ist ein Propagandaorgan der Mullahs, und spricht Israel sein Existenzrecht ab. Da gibt es bei dem Typen nix zu relativieren oder zu entschuldigen, da ist eine Grenze überschritten. Und nichtmal eine politische, sondern eine pathologische.

Leider können sich solche Leute aber immerwieder damit profilieren, daß zu ihren lautesten Kritikern Leute gehören, die sehr wohl erstmal vor der eigenen Türe genug zu kehren haben. Die ganzen antideutschen, Neostalinisten und Verfechter des Marxismus-Feminismus funktionieren genau gleich, und sind keinen Deut schlauer. Sie haben andere Dogmen und andere Feindbilder, aber die Denkmuster sind identisch. Dies Leute brauchen sich weiterhin gegenseitig, weil ihre ständige Eskalation gegeneinander in Wahrheit ihre einzige Tätigkeit und alleinige Existenzberechtigung ist.

Mit all den Verblendeten kann man als Pirat wenig bis garnix anfangen. Sie alle sind nur unterschiedliche Erscheinungen mit unterschiedlicher Folklore an einem Ende des politischen Spektrums, an dessen entgegengesetztem Ende man uns Piraten findet.

ahoy
hellboy

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Es ist wirklich unglaublich, was für einen Humbug man Leuten einreden kann. Das geht von der Mär vom faschistischen Putsch in der Ukraine über die Behauptung der arabische Frühling sei eine imperialistische Aggression gegen friedliche und demokratische Regierungen gewesen bis hin zum Glauben an die Weltherrschaft der Echsenmenschen. Und nein, nichts davon ist weniger absurd als das andere.

Das wäre ja eigentlich nicht so schlimm könnte man meinen, sollen sie doch glauben was sie wollen und sich austrotteln, wäre da nicht der überbordende Missionierungengeist, mit dem diese Leute ihre spinnerten Theorien zu Markte tragen. Hinzu kommt die Attitüde, Menschen die ihrem Blödsinn nicht glauben damit zu verfolgen, sie endlos damit zu belästigen, und schließlich ihr gesamtes Umfeld zu befassen bis hin zum terrorisieren, weil wenn man ihnen schon nicht glaubt, versucht man die die widersprechen wenigstens streng nach Honeckers Zersetzungsstrategien unglaubwürdig zu machen. Oder es ist einfach nur schlichte Rache dafür, daß man mit seinem Bauchladen der politischen Abstrusitäten keine Kundschaft gefunden hat, und sich zurückgewiesen fühlt.

Natürlich schreiben die sich nicht auf die Brust, daß sie religiöse Fanatiker sind, die anderen ihren Willen aufzwingen wollen, und daß sie niemals bereit wären, ihre Meinung anhand von Fakten zu überdenken oder gar zu ändern. Sie machen "friedensmahnwachen" und Aktionen zur Rettung unserer von bösen Menschen des ihnen gerade opportun erscheinenden Feindbildes gefährdeten Demokratie, weil das einfach besser klingt als ihre wahren Intentionen, als einzige die Deutungshoheit über die Wahrheit zu haben. Das ist durchaus vergleichbar mit Sekten wie Scientology, die laden ja auch zu gratis Lebensberatung ein, und nicht zu Gehirnwäschesitzungen.

Und natürlich fordern sie lauthals Toleranz und Beachtung für ihre Ideen und Aktionen, und schreien zeter und mordio wenn man ihnen mitteilt, daß das leider nicht geht, weil sie einfach nur völlig absurdes Zeug verbreiten wollen. Die einzig brauchbare Strategie bei diesen Leuten ist und bleibt, ihnen weiterhin klar und deutlich zu sagen, daß man ein Hirn hat, zum Denken, und daß man deshalb mit ihren absurden Theorien und demokratiefeindlichen Aktionen nichts zutun haben will, egal was für beschönigende Bezeichnungen sie sich dafür einfallen lassen, und sie gehen zu lassen. Ja, sie fluchen und schimpfen, sie stellen sich als Opfer von bösen Diktaturen und ignoranten oder gesteuerten Eliten dar, sie versuchen verbrannte Erde zu hinterlassen und alle die auf sie nicht reingefallen sind mit Dreck zu bewerfen, aber da muß man leider durch. Was zählt ist das Ergebnis: eine spinnerfreie Partei.

ahoy
hellboy

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Natürlich kann man in die Leute nicht hineinsehen, und deshalb ihre wahren Motive auch nicht erkennen.

Ignazio Silone hat mal gesagt: "wenn die Faschisten wieder kommen, werden sie sich nicht Faschisten, sondern Antifaschisten nennen".

Das ist ein Problem für NGOs, und als eine Bewegung die sich immer schon stark aus NGOs rekrutiert hat auch für uns Piraten. Die Radikalen aller Couleurs habe gelernt, sich an alle Campagnen für das landläufig Gute ranzwanzen, die Gutmenschen zu spielen, und ihre wahren Motive zu verschleiern. Und sie sind überall.

Thema Tierschutz: Massentierhaltung ist Mist, wir alle wissen das, und es ist nötig dagegen zu protestieren und aufzuklären. Geht man auf eine Demo gegen Massentierhaltung, ist sie plötzlich gegen jede Tierhaltung, für Veganismus, Menschen die sich normal ernähren werden als "Fleischnazis" bezeichnet und ganz vorne ist plötzlich ein Transparent auf dem "Antikapitalista" steht. Da geht der Pirat wieder nach Hause, weil er ja nur gegen Massentierhaltung, nicht gegen normale, gesunde Ernährung oder ein funktionierendes Wirtschaftssystem ist.

Thema Braunkohle: gerade heute wieder gesehen. Braunkohle ist Mist und unnötig, wird von Gabriel trotzdem gefördert, weil er halt deren oberster Lobbyist ist, und deshalb wurde heute dagegen demonstriert. Klingt doch gut, da überlegt man als Pirat, ob man hin geht. Aber Organisator ist global2000, da wird man misstrauisch wenn man sich in der Szene ein wenig auskennt, und tatsächlich kommt es, wie es kommen musste: ganz vorne wieder ein Transparent auf dem "Antikapitalista" steht. Und wieder wendet sich der Pirat mit Grausen ab. Gründe wie gehabt.

Thema Frieden: Klar sind wir alle für Frieden, wäre ja noch schöner. Braucht man nicht näher darauf eingehen? Weit gefehlt. Für die einen heißt Frieden Apartheid, jeder für sich und voneinander getrennt, dann gibt es keinen Streit. Für den nächsten heißt es die Aufgabe von Privateigentum und die Aufteilung von allem auf alle, weil nur sozialer Frieden echter Frieden ist. Und für wieder andere heißt Frieden die Aufgabe jeder Privatheit, weil nur wenn man weiß was alle denken findet man raus wer Böses im Schilde führt, und kann ihn aufhalten. Alles Patentrezepte die für schlichte Gemüter ausreichend eingängig sein dürften, um sie als Stein der Weisen anzusehen, und dafür auf die Straße zu gehen. Als Pirat muß man da halt in allen Farben des Regenbogens kotzen, weil man zu differenzierten Betrachtungsweisen und selbstständigem Denken fähig ist, und sich mit Leuten die auf so einen Stumpfsinn hereinfallen sicher nicht auf die Straße stellt. Und nein, deshalb sind wir nicht gegen den Frieden, wir sind nur gegen die kruden Vorstellungen von Frieden diverser verwirrter Randgruppen.

Solche Beispiele gibt es auch bei anderen Themen zuhauf.

Die Radikalen kennen mittlerweile diverse Unterwanderungsstrategien. Sie tauchen bei NGOs als Tierschützer, Umweltschützer, Verbraucherschützer, Gutmenschen, Moralapostel oder Friedensengel auf, sie arbeiten mit, sind engagiert, bringen sich ein. Man erkennt sie einfach nicht. Erst wenn sie in den Organisationen etabliert sind, Gleichgesinnte eingeschleust und sich eine Hausmacht geschaffen haben, und Möglichkeiten gefunden haben Öffentlichkeit zu generieren zeigen sie ihr wahres Gesicht, und dann ist es zu spät.

Das ist das Dilemma der NGOs. Und ja, es ist auch das Dilemma der Piraten.

ahoy
hellboy

Weil man den Piraten aller Länder anhand der pöpö vorführen kann was passiert, wenn die Geisteskranken gewinnen.

ahoy
hellboy
« Last Edit: 2015, 11, 05; 15:08:32 by hellboy »
Darwin was wrong.                   i'd rather be morally right
Man is still an ape.                   than politically correct!