Author Topic: Allgemeine Stellungnahme gegen Populismus  (Read 2282 times)

hellboy

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Re: Allgemeine Stellungnahme gegen Populismus
« on: 2014, 10, 08; 18:09:00 »
Um Populismus zu vermeiden braucht es kritischer Auseinandersetzung mit Themen jeder Art. Zur kritischen Betrachtung der Wissenschaft bekennen sich einige Initiativen im Netz. Glaubwürdig sind sie nicht alle. So ist zB das beliebteste Nachschlagewerk Wikipedia mittlerweile von unterschiedlichsten Interessengruppen unterwandert, und hat seine Glaubwürdigkeit verloren, da dort in vielen Fällen falsche Informationen und Propaganda platziert wurden.

Was sich ganz gut anhört, ist das Grundsatzprogramm der sciencefiles, auch wenn es ziemlich lang ist.

Quote from: sciencefiles
Was ist “kritisch” an kritischer Wissenschaft?

Wie die Kommentare von Lesern dieses blogs, der seit fast einem Jahr besteht, gezeigt haben, sind die Erwartungen darüber, was ein blog über “kritische Wissenschaft” Lesern zu bieten hat, durchaus unterschiedlich:

  • Für die einen hat “kritische Wissenschaft” anscheinend eine ziemlich vage Bedeutung, die im Wesentlichen darin besteht, Position gegen dem Zeitgeist entsprechende Positionen zu beziehen, wobei “Wissenschaft” allerdings in den Hintergrund zu treten scheint und “kritisch” mehr oder weniger als dem Mainstream entgegengesetzt aufgefasst wird.

  • Andere fühlen sich mit “kritischer Wissenschaft” an die sogenannte “Kritische Schule” der Soziologie, die in den 1960er- und 1970er-Jahren an der Universität Frankfurt etabliert war, erinnert.

  • Und wieder andere assoziieren mit “kritischer Wissenschaft” eine Kritik an der Wissenschaft, wie sie derzeit in Deutschland in institutionalisierter Form betrieben wird.

Obwohl die Inhalte dieses blogs – von Fall zu Fall verschieden – Verbindungen zu all diesen Auffassungen von “kritischer Wissenschaft” haben, ist keine von ihnen diejenige, die die Betreiber dieses blogs bei seiner Konzeption zugrunde gelegt haben und die nach wie vor ihre Präsentation des blogs inspiriert. Entsprechend haben wir ein Grundsatzprogramm erstellt, dessen Ziel darin besteht, die Grundlagen kritischer Wissenschaft  zu beschreiben und ihren Nutzen für die Diskussion miteinander ebenso wie den Diskussion über Probleme aufzuzeigen. Da Grundsatzprogramme zumeist die Angewohnheit haben, länger zu werden als man auf einmal lesen möchte, gibt es unser Grundsatzprogramm in Happen (was es auch leichter verdaulich werden lässt). Tatsächlich sind die beiden Merkmale, die den “Geist” dieses blogs ausmachen:

  • kritisches Denken und
  • methodisches Arbeiten,

die gemeinsam “Wissenschaft” ausmachen oder ausmachen sollten – zumindest nach dem Verständnis der blog-Betreiber.

Dabei verstehen wir unter “Wissenschaft”
Quote
einen systematischen und kontrollierten Forschungsprozess, der darauf abzielt, folgerichtig aufgebaute Hypothesen über Zusammenhänge auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen, um auf diese Weise zu (relativ bzw. vorerst) gesichertem Wissen zu kommen.

weiter

Hervorheben möchte ich noch eine Stelle, die mir besonders gefällt:

Quote from: sciencefiles
Zu den Dispositionen oder Grundeinstellungen, die kritisches Denken auszeichnen, gehören u.a.

die Akzeptanz der Tatsache, dass es richtige und falsche Behauptungen gibt
Dabei kann “richtig” zweierlei bedeuten, nämlich “logisch korrekt” oder “zutreffend” im Sinn von “mit der beobachtbaren Realität übereinstimmend”. Falsch ist dann, was nicht logisch korrekt ist oder nicht mit der Realität übereinstimmt.

die Auffassung, dass es notwendig ist, Behauptungen zu begründen und durch Tatsachen zu stützen, wenn diese Behauptungen von anderen akzeptiert werden sollen
Plötzliche Bewusstseinserweiterungen und in diesem Zustand gewonnene subjektive Erkenntnisse können ebenso wie selbst gemachte Erfahrungen von dem, der sie erlebt, als große Bereicherung empfunden werden, aber sie sind nicht mitteilbar und “sprechen” daher zu niemandem sonst.

eine prinzipiell offene Haltung gegenüber Positionen, egal, aus welchem weltanschaulichen “Lager” sie kommen mögen
Wenn man Positionen ablehnt, weil sie aus Voraussetzungen abgeleitet sind, die man nicht teil, oder von Personen vorgebracht werden, die man nicht mag (weil sie anders sprechen, aussehen oder eben denken, was sie denken), zeigt dies ziemlich deutlich, dass man die eigene Position als so schwach begründet betrachtet, dass sie ohnehin nur denjenigen mitteilbar bzw. nachvollziehbar ist, die sie schon teilen – und worin, bitte, liegt dann der Wert der Mitteilung dieser Position? Im Rahmen kritischen Denkens besteht der Anspruch, Argumente, auch oder gerade denen mitteilen zu können, die sie nicht ohnehin schon akzeptieren, und zu versuchen, diese Personen in argumentative Schwierigkeiten zu bringen (so dass sie am Ende die Argumente akzeptieren müssen oder wollen).

So muß auch Politik sein. Vor allem die Politik von uns Piraten, weil genau das unser ursprüngliches Versprechen war. Keine Ideologie, keine Dogmen, nur faktenbasiertes Handeln.

ahoy
hellboy
« Last Edit: 2014, 10, 08; 18:18:16 by hellboy »
Darwin was wrong.                   i'd rather be morally right
Man is still an ape.                   than politically correct!