Author Topic: Gekaufte Medien - und auch Dummheit ist dabei.  (Read 219 times)

hellboy

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Gekaufte Medien - und auch Dummheit ist dabei.
« on: 2015, 02, 19; 00:06:23 »
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Österreich: Inserate für Hofberichterstattung?

Österreich ist das letzte Land in der europäischen Union mit einem Amtsgeheimnis in der Verfassung. Ein Überbleibsel aus der Monarchie, das es Journalisten beinahe unmöglich macht, Informationen von Behörden einsehen zu können. Informanten sind oft ihre einzige Quelle. Doch selbst wenn sie eine heikle Geschichte recherchiert haben, kann es sein, dass die Veröffentlichung gestoppt wird.


Inserate gegen freundliche Schlagzeilen
Printmedien in Österreich werden zu einem großen Teil über politische Inserate finanziert. Zum Vergleich: Obwohl Deutschland ungefähr zehn Mal so viele Einwohner hat, werden von der öffentlichen Hand hier weniger Inserate in Zeitungen geschaltet, als in Österreich.

Wer dort kritisch berichtet, riskiert schnell die finanzielle Sicherheit seines Medienunternehmens. So hat die Partei ÖVP im August 2013 beispielsweise nach einem Bericht über ein geheimes Schwarzgeldkonto im Magazin "News" die Inseratenschaltungen storniert. "Die finanzielle Abhängigkeit österreichischer Medien von Österreichs Politik führt dazu, dass nicht Innovation, sondern eher Treue zu gewissen politischen Akteuren gefördert wird", sagt Florian Skrabal von der Rechercheplattform dossier.at.

Aller Hürden zum Trotz: dossier.at publiziert
Die Journalisten von dossier.at haben sich vom mangelnden Informationsfluss und durch finanzielle Abhängigkeiten nicht einschüchtern lassen. Sie untersuchten den politischen Einfluss auf die Gratis-Boulevard-Zeitung "Heute". Der Marktführer in Wien finanziert sich ausschließlich über Inserate. Florian Skrabal und sein Team griffen bei ihrer Recherche zu einer aufwändigen Methode: Sie zählten alle Inserate von Parteien und öffentlichen Stellen. Für den Zeitraum von 2004 - dem Gründungsjahr der "Heute-Zeitung" - bis 2014 ermittelten sie einen Wert von 84 Millionen Euro, die in Form von Inseraten der "Heute-Zeitung" zu Gute kamen. Da ihnen Kenntnisse über mögliche Rabatte fehlen, handelt es sich hierbei jedoch um einen geschätzten Wert.

Kritik von Heute-Herausgeberin Eva Dichand
Bereits vor der Veröffentlichung drohte "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand den Journalisten von dossier.at mit einer Klage. "Die Zahlen sind weit überhöht. Sie wurden nicht mit jenen anderer Marktteilnehmer verglichen", kommentiert Eva Dichand, die auch Geschäftsführerin der Zeitung ist, die Recherche. Das Journalistenkollektiv von dossier.at recherchiert derweil weiter. Auch die Gründung  der "Heute"-Zeitung am 1. Juni 2004 wirft noch Fragen auf, so Skrabal gegenüber Zapp.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Oesterreich-Inserate-fuer-Hofberichterstattung,dossierat102.html

"Wann da herrgott ned wü nutzt des goanix" singt der geübte Österreicher. Weil man es eh weiß, aber da kann man halt nix machen, das war schon immer so. Man lässt sich in der Masse lieber mit scheininformation füttern, um mitreden zu können, und dabei nicht anzuecken, als das Risiko einzugehen wegen abweichender oder weitergehender Informationen als Querulant oder Klugscheißer dazustehen. Dazu noch eine Prise political correctness, und fertig ist die gleichgeschaltene Medienlandschaft.

Wenn man schon dabei ist, ersetzt man Kompetenz von Experten durch das Recht des Lautesten, oder plappert einfach nach, was die anderen sagen:

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Murks in Medien: Experte für Verschleiß
Wer hat sich nicht schon mal darüber geärgert, dass im neuen Haushaltsgerät billige Teile verbaut wurden, die dann schnell kaputt sind? "Geplante Obsoleszenz" klingt hochwissenschaftlich und meint Geräte, die bewusst so konstruiert wurden, dass sie weniger lange halten.


Die geplante Wegwerfgesellschaft?
Einige sehen dahinter einen Plan der Industrie, zum Beispiel Stefan Schridde mit seiner "Murks-Theorie". Damit hat damit den Nerv von Verbrauchern und Medien getroffen: "Diese Strategie, die treffen wir aber nicht nur bei elektrischen Zahnbürsten, sondern auch bei iPads, bei Navigationsgeräten, Epiliergeräten und Rasierapparaten", so Schridde.

Gegen die Wegwerfgesellschaft, die den Konsum braucht, damit der Absatzmarkt stabil bleibt, wehrt sich Schridde mit Buch und Blog. Dort sammelt er Beispiele, die Verbraucher ihm zutragen: vom kaputten Handrührgerät bis hin zum High-Tech-Drucker.

Beweise sind schwierig
Zwar räumt Schridde selbst ein, dass der bewusste Vorsatz nicht bewiesen werden kann, bleibt aber dennoch dabei, dass es kein Zufall sei, "dass Geräte immer schneller kaputt gehen". Nur für die Annahme, dass die Hersteller bewusst und absichtsvoll billige oder schlechte Teile verbauen, fehlt der Nachweis, wie die "Stiftung Warentest" erklärt: "Die Planung dahinter, die Absicht: 'Ich will, dass es nach zwei Jahren kaputt geht.' - die ist für uns nicht nachweisbar.“

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Frontex-PR: Falsche Fakten zu "Geisterschiffen"

Wenn gleich mehrere Quellen und Nachrichtenagenturen dieselbe Version aktueller Ereignisse verbreiten, lässt sich für Journalisten, die nicht vor Ort sind, kaum nachvollziehen, was wirklich geschehen ist. Und selbst die Berichterstatter vor Ort haben kaum die Möglichkeit in der Kürze der Zeit tiefer nachzuforschen.


Die Schablone passt
Anfang Januar berichtete die italienische Küstenwache, dass an Bord des Frachters "Blue Sky M", der voll mit Flüchtlingen war, alle Menschen an Bord wahrscheinlich gestorben wären, wenn sie nicht eingegriffen hätte. Auch Frontex, die europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der EU, sprach davon, der Menschenhandel über das Mittelmeer habe "eine neue Dimension erreicht". Die Schiffe mit 1.200 Menschen an Bord seien von der Besatzung verlassen worden und drohten an der süditalienischen Küste zu zerschellen. Alles schien zu passen.

Kaum ein Berichterstatter schert in der aktuellen Berichterstattung aus. Das gilt sowohl für Nachrichtenagenturen, große Printmedien als auch für Fernsehnachrichten. Niemand scheint zu hinterfragen, was die italienische Küstenwache und Frontex behaupten. Diese äußern sich alarmiert darüber, dass ein Frachter - seeuntüchtig - ohne Besatzung an Bord wie ein Geisterschiff direkt Kurs auf die italienische Küste hielt.

Die Geschichte von den bösen Schleppern
Erst jetzt, Wochen später, bestätigen Recherchen, dass die Crew keineswegs von Bord ging. Und die Zustände auf dem durchaus seetüchtigen Schiff stellen sich als weitaus besser heraus als berichtet. Frontex hat mit frühen Äußerungen die Deutung der Ereignisse und damit auch die aktuellen Nachrichten dominiert.

Die Geschichte von den bösen Schleusern wird medial immer wieder inszeniert. Und tatsächlich nehmen diese viel Geld von Menschen, die in Not sind, um sie dann illegal zu transportieren. Ist ihnen also alles zuzutrauen? Medial offenbar schon. Das zeigt die Berichterstattung zum Fall des Frachters "Blue Sky M" lehrbuchhaft.

Da ist es dann zur Lügenpresse nichtmehr weit. Und dann wundert sich noch wer?

Wer einmal lügt, ... ach, ihr kennt das.

ahoy
hellboy
« Last Edit: 2015, 02, 19; 00:20:22 by hellboy »
Darwin was wrong.                   i'd rather be morally right
Man is still an ape.                   than politically correct!

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