Author Topic: Energiespeicherung  (Read 3241 times)

hellboy

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Energiespeicherung
« on: 2014, 05, 17; 13:45:49 »
Die bekanntesten Anlagen dieser Art sind Pumpspeicher. Diese benötigen jedoch unverantwortliche Eingriffe in die Landschaft und Natur. Außerdem sind sie nur dort möglich, wo die nötige Topographie und ausreichend Wasser vorhanden sind. Es geht aber in Zukunft vorrangig um die Speicherung von Wind- und Solarstrom, und diese Kraftwerke sind meist nicht in der Nähe von Stauwerken. Massenspeicher, bei denen ein Gewicht, meist Fels oder Blei, hyraulisch oder mechanisch mittels Getrieben oder Flaschenzügen angehoben wird, das aufgund seiner wesentlich höheren Masse wesentlich kleiner sein kann als ein Pumpspeicher, um den vorhandenen Energieüberschuß zu speichern. Dies ist praktisch überall und in jeder Größe umsetzbar, und muß für die dezentralisierte Energieerzeugung eine zentrale Rolle spielen. Rückpumpanlagen sind bei den Meisten Speicherkraftwerken Standard, brauchen hierbei auch keinen zusätzlichen Eingriff in die Natur, hier könnte man evtl. alte Speicherkraftwerke nachrüsten, sofern es welche gibt, die das noch nicht haben.

Der Lageenergiespeicher (Massenspeicher) ist ein Konzept, mit dem Strom in bisher nicht gekannter Menge über beliebige Zeiträume gespeichert und wieder zur Verfügung gestellt werden kann. Lageenergie ist grundlastfähig, das heißt in großer Menge bei gleichbleibenden Spannung verfügbar. Bei Energieerzeugungsformen wie Wind und Parabolspiegeln fallen nicht nur in der Regel in kurzer Zeit hohe Energiemengen an, die aber meist zu ganz anderen Zeiten benötigt werden, es gibt naturgemäß immer Schwankungen bei der Windstärke und der Stärke der Sonneneinstrahlung. Wenn aber mehrere Speicher zur Verfügung stehen, kann immer einer aufgeladen werden, während ein anderer die gespeicherte Energie ohne Schwankungen und Nachbearbeitung, also grundlastfähig, abgibt. Das gilt für Salzsschmelzespeicher genauso wie für Lageenergie. So kann auch auf teure Gleichrichter weitgehend verzichtet werden, die sonnst die Spannungsschwankungen ausgleichen müssen.

http://heindl-energy.com/idee-und-funktion.html

Der Herr Heindl hat leider einen schweren fehler in seinem Konzept: er will eine riesige Anlage bauen, statt viele kleine. Mit der einen Anlage können zwar wenige Menschen sehr viel Geld verdienen, aber das soll nicht das Ziel sein.

Quote from: Energiekonzept
Grundsätzlich sollte die Energieerzeugung möglichst dezentral vonstatten gehen. Dies verringert nicht nur die Notwendigkeit riesiger Ringleitungsnetzte, welche in der Errichtung und Erhaltung sauteuer sind, die Landschaft verschandeln, hohe Transportverluste bedingen, deren Nachbarschaft erwiesenermaßen zu einem sprunghaften Anstieg der Krebsraten führt und die durch Schnee- und Windlasten immerwieder ausfallen. Dezentrale Versorgung bedingt auch eine Beteiligung der lokalen Bevölkerung an der Erzeugung, und damit auch dem Profit der Energiegewinnung, das heißt die Wertschöpfung bleibt in der Region, und kommt nicht nur wenigen großen Konzernen zugute. Sie steigert auch die Redundanz, da bei vielen kleinen Anlagen ein Ausfall wesentlich weniger gravierende Folgen hat, und auch leichter zu kompensieren ist als wenn eine von wenigen Großanlagen ausfällt.

weiter

Grundsätzlich ist aber die Idee im Konzept schon drin, unter dem Namen "Massenspeicher". So wie jede andere ist auch diese Technologie kein Allheilmittel, sondern ein Baustein in einem umfassenden Versorgungskonzept.

Für die Mobilität der Zukunft wird vor allem Wasserstoff als Speicher die entscheidende Rolle spielen. Moderne Brennstoffzellen haben die Verschleißprobleme der vorhergehenden Generationen nicht mehr. Die heutigen Wasserstoff-Tanks sind bereits sicherer als Batterien. Moderne Akkus sind im Brandfall viel gefährlicher, sowohl was die Explosivität angeht als auch von den freigesetzten Giften, die es bei Wasserstoff nicht gibt. Gift ist überhaupt der Hauptnachteil von Batterien, von der Erzeugung über mögliche Freisetzung bei unsachgemäßer Handhabung bis hin zur Entsorgung. Ganz abgesehen von der Problematik der Rohstoffe, die oft aus Krisengebieten stammen. All diese Nachteile gibt es bei Wasserstoff nicht. Elektrolysegeräte sind technisch simpel, kommen ohne giftige Zusätze aus, und der Grundstoff ist Wasser. Die Konzepte die es gibt, Autos auch als Energiespeicher für das Haus zu verwenden, sind mit Brennstoffzellen genauso umsetzbar wie mit Batterien, nur eben ohne Verbrauch teurer Rohstoffe und Anhäufen von Giftmüll. Batterien werden dabei zwar auch noch benötigt, aber der Wasserstoff kann den Bedarf auf einen kleinen Bruchteil reduzieren.

Quote
Weltgrößte Power-to-Gas-Anlage eingeweiht

Wasserstoff lässt sich u.a. in Tanks speichern.
Im Energiepark Mainz wollen die Unternehmen Linde, Siemens und die Stadtwerke Mainz sowie die Hochschule RheinMain in der weltgrößten Elektrolyseanlage Wasserstoff mit erneuerbar hergestelltem Strom produzieren. Die jetzt eingeweihte Anlage hat eine elektrische Anschlussleistung von sechs Megawatt (MW). Sie kann bis zu 1.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde herstellen.

Der produzierte Wasserstoff lässt sich vor Ort lagern, in Tanks transportieren oder zur späteren Strom- oder Wärmeerzeugung ins Erdgas-Netz einspeisen. Den Großteil des Stroms für die Elektrolyse liefern dafür vier benachbarte Windenergie-Anlagen.

Die Projektbeteiligten setzen auf die PEM-Druckelektrolyse, die sich besonders für hohe Stromdichten eignen und innerhalb von Millisekunden auf die großen Sprünge bei der Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen reagieren können soll.

http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-2034742.html

Nur daß unter dem aktuellen deutschen Umweltminister Siegmar Gabriel, der sich so gerne mit Wasserstoff-Anlagen in Medien abbilden lässt, eine neue Maßnahme zur Förderung der fossilen Energieträger erfunden wurde: wenn man Wasserstoff in alten Erdgas-Tanks lagern will, muß man ihn beim Einleiten in den Tank besteuern, und bei der Entnahme nochmal. So hält man fossile Kraftwerke am Netz. Das passt bei Gabriel ins Bild, und erinnert an die unseeligen Solarauktionen.

ahoy
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« Last Edit: 2016, 01, 26; 21:44:28 by hellboy »
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Re: Energiespeicherung
« Reply #1 on: 2014, 05, 17; 13:52:00 »
Salzschmelze-Speicher

Quote
30 000 Tonnen Flüssigsalz als Wärmespeicher

Als Speichermedium dient flüssiges Salz. Für Andasol 1 stehen 30 000 Tonnen einer speziellen Salzmischung bereit. Pumpen drücken die Salzschmelze zwischen zwei gut isolierten Tanks hin und her. Auf dem Weg von einem Kessel zum anderen gelangt sie in einen Rohrabschnitt, um den Thermo-Öl herumfließt. In den sonnenreichen Tagesstunden gibt das 400 Grad heiße Öl seine Hitze an das Flüssigsalz ab. Scheint keine Sonne über Granada, kehrt sich der Wärmetauschprozess um. Die heiße Salzlösung fließt zurück in den Nachbartank. Diesmal gibt das Salz seinen Wärmeüberschuss an das Öl ab.

mehr

in spanien bei andasol 1-3 bereits im einsatz.

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Re: Energiespeicherung
« Reply #2 on: 2015, 02, 05; 16:28:02 »
Quote
Energiespeicher-Konferenz setzt auf smartes Systemdesign und Multi-Technologie

Die Zukunft der Energiespeicher liegt in einem Multi-Technologieansatz, der die Stärken unterschiedlicher Speichertypen in gemischten Systemen kombiniert. Dagegen ist die aktuelle Energiespeicher-Debatte zu stark auf die Vor- und Nachteile einzelner Speichertechnologien ausgerichtet. Diese These steht im Mittelpunkt der Keynote von Leclanché-CEO Anil Stivastava auf der Konferenz Energy Storage Europe, die vom 9.-11. März in Düsseldorf stattfindet. Bis zum 31. Januar sind für die größte Speicherkonferenz noch Tickets zum vergünstigten Early-Bird-Tarif verfügbar.

Für jede Anwendung den passenden Energiespeicher
„Unterschiedliche Speicheranwendungen benötigen oft unterschiedliche Fähigkeiten. Einige Anwendungen brauchen eine hohe und schnell verfügbare Leistung. In anderen Fällen sind günstige Speicher mit einer hohen Kapazität gefragt. Oft wird eine Fähigkeit nahtlos im Anschluss an die andere benötigt“, so Anil Srivastava.

„Heute suchen viele eine Art Wunderspeicher, der alle Anforderungen gleich gut erfüllt. So lange es ihn nicht gibt, werden beispielsweise Batterien nicht entsprechend ihren Qualitäten eingesetzt und Überdimensionierungen oder eine eingeschränkte Lebensdauer in Kauf genommen. Ich habe in mehr als 20 Jahren Tätigkeit in der Energiebranche keine Wundertechnologien kennengelernt. Deswegen bin ich davon überzeugt, dass wir nicht mehr nur in den Wettbewerb der Speichertypen investieren dürfen. Wir erreichen mehr, wenn intelligente Software die Stärken unterschiedlicher Speichertechnologien in gemischten Systemen nahtlos verbindet. Das gilt sowohl für viele stationäre Anwendungen als auch für die Elektromobilität.“

Gemischte Batteriesysteme für optimalen Einsatz
Als Beispiel für den sinnvollen Einsatz eines gemischten Systems nennt Srivastava Elektrobusse. Sie benötigen in der Beschleunigungsphase einen schnellen Speicher, der für einen kurzen Zeitraum eine hohe Leistung liefert. Sobald der Bus fährt, ist ein wirtschaftlicher Speicher mit einer hohen Kapazität gefragt. Gemischte Batteriesysteme, in denen unterschiedliche Batterietypen nahtlos verschiedene Aufgaben übernehmen, wären hier die beste Lösung. Im stationären Bereich gilt das entsprechend für die unterschiedlichen Arten der Netzdienstleistungen.

Energiespeicher als intelligente Netzwerkressource
Die Frage nach dem besten Systemdesign stellt sich nicht nur für Anwendungen in Fahrzeugen oder Häusern. Für die Entwicklung einer leistungsfähigen und flexiblen Netzarchitektur, die große Mengen fluktuierender erneuerbarer Energien bewältigt, plädiert Srivastava für ein Maßnahmenpaket:

„Wir müssen an der Quelle ansetzen, statt zu versuchen, die Schwankungen in der Stromnachfrage und -erzeugung durch immer mehr Leitungskapazitäten abzufangen. Auf der Stromanbieterseite müssen Speicher zu einer intelligenten Netzwerkressource werden. Das ist wirtschaftlicher, als jeden erneuerbaren Energieerzeuger mit einem eigenen Speicher auszustatten. Auf der Nachfrageseite muss der Staat Großverbrauchern finanzielle Anreize liefern, um Spitzenlasten zu reduzieren. Das würde zu einer gesamtwirtschaftlich sinnvolleren Netz- und Speicherarchitektur führen als ein unkoordiniertes Zusammenspiel aus zusätzlichen Netzen und vielen privaten Speicherlösungen.“

http://www.energynet.de/2015/01/29/energiespeicher-konferenz-smartes-systemdesign-multi-technologie/

Der klassische Fehler: die Idee mit der intelligenten Vernetzung wird auf die Verwendung von Batterien reduziert, die die Spitzenlasten die teilweise unvermeidbar sind nicht bedienen können. Gerade da können aber Salzsschmelzespeicher und große Lageenergie-Bestände Abhilfe schaffen. "Solange es die nicht gibt" ist einfach eine falsche Annahme, die ich mir von einem Experten nicht erwarte. Es gibt sie, sie werden nur nicht im notwendigen Umfang gebaut, weil sie offenbar sogar den Experten zu wenig bekannt sind. Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, daß Batterien einen hohen Ressourceneinsatz und ein Entsorgungsproblem mit sich bringen, was weder bei Salz noch bei Steinen der Fall ist. Ein intelligentes Netz verdient seinen Namen nur dann, wenn es alle Optionen mit einbezieht.

ahoy
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« Last Edit: 2015, 02, 17; 21:25:29 by hellboy »
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Re: Energiespeicherung
« Reply #3 on: 2015, 03, 04; 21:44:03 »
Quote from: DIW Berlin
Stromspeicher können die Energiewende längerfristig absichern

Die Stromerzeugungsmöglichkeiten von Windkraft- und Photovoltaikanlagen schwanken je nach Wetter, Tageszeit und Saison. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien steigt der Bedarf, diese Schwankungen auszugleichen und Stromangebot und -nachfrage jederzeit in Einklang zu bringen. Hierzu können Stromspeicher beitragen und somit die Energiewende längerfristig absichern. Eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, dass der Speicherbedarf bei sehr hohen Anteilen erneuerbarer Energien stark steigen kann. „Insbesondere wenn sich andere Möglichkeiten der Flexibilisierung, zum Beispiel bei der Stromnachfrage, ungünstiger als erwartet entwickeln, könnten zusätzliche Stromspeicher erforderlich sein“, sagt DIW-Energieexperte Wolf-Peter Schill. „Zur Absicherung der Energiewende ist deshalb weiterhin eine breit angelegte Förderung der Forschung und Entwicklung von Speichern sinnvoll.“

Nach den Zielen der Bundesregierung sollen erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 mindestens 80 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland  decken. Während der Flexibilitätsbedarf mit dem Anteil der erneuerbaren Energien steigt, nehmen gleichzeitig die Kapazitäten regelbarer fossiler Kraftwerke und damit die bisherigen Ausgleichsmöglichkeiten ab. Somit können Speicher an Bedeutung gewinnen. Die Frage, welche Stromspeicherkapazitäten in Deutschland künftig konkret benötigt werden, ist jedoch stark kontextabhängig. Nicht nur der Anteil der erneuerbaren Energien spielt dabei eine wichtige Rolle, sondern auch die Verfügbarkeit und die Kosten anderer Optionen, die teilweise ähnlich wie Stromspeicher auf die Stromversorgung wirken, beispielsweise die Flexibilisierung der Stromnachfrage, die bedarfsgerechte Verstromung von Biomasse oder Erdgas, die flexible Nutzung von Strom in anderen Bereichen oder ein Stromaustausch mit dem Ausland.

Derzeit sind Pumpspeicherkraftwerke mit einer Leistung von rund neun Gigawatt direkt mit dem deutschen Übertragungsnetz verbunden, die zum Ausgleich von Stromangebot und -nachfrage beitragen und zudem Regelleistung bereitstellen. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien ist aus Sicht des gesamten Stromsystems kurz- bis mittelfristig ohne einen größeren Zubau von Stromspeichern möglich. Längerfristig ausgerichtete Analysen der DIW-Experten Wolf-Peter Schill, Jochen Diekmann und Alexander Zerrahn weisen freilich darauf hin, dass der Stromspeicherbedarf bei sehr hohen Anteilen erneuerbarer Energien stark steigen kann. „Die Bewertung des künftigen Speicherbedarfs hängt wesentlich von verschiedenen Faktoren ab, deren Entwicklung aus heutiger Sicht unsicher ist“, so Schill. „Die Politik sollte durch eine breit angelegte Förderung von Forschung und Entwicklung auf technologische Fortschritte und Kostensenkungen bei Stromspeichern hinwirken“, ergänzt Diekmann. „Zudem sollte ein fairer Wettbewerb aller Flexibilitätsoptionen in verschiedenen Marktsegmenten ermöglicht werden.“

http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.497990.de

„Die Politik sollte durch eine breit angelegte Förderung von Forschung und Entwicklung auf technologische Fortschritte und Kostensenkungen bei Stromspeichern hinwirken" ist ja gut erkannt, aber wenn es um die technischen Optionen die es außer Pumpspeichern noch gibt geht, könnten die Leute hier noch was lernen.

ahoy
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« Last Edit: 2015, 03, 04; 22:10:57 by hellboy »
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Re: Energiespeicherung
« Reply #4 on: 2015, 03, 04; 22:05:09 »
Ergänzt: Wasserstoff

Quote
Für die Mobilität der Zukunft wird auch Wasserstoff als Speicher eine große Rolle spielen. Moderne Brennstoffzellen haben die Verschleißprobleme der vorhergehenden Generationen nicht mehr. Die heutigen Wasserstoff-Tanks sind bereits sicherer als Batterien. Moderne Akkus sind im Brandfall viel gefährlicher, sowohl was die Explosivität angeht als auch von den freigesetzten Giften, die es bei Wasserstoff nicht gibt. Gift ist überhaupt der Hauptnachteil von Batterien, von der Erzeugung über mögliche Freisetzung bei unsachgemäßer Handhabung bis hin zur Entsorgung. Ganz abgesehen von der Problematik der Rohstoffe, die oft aus Krisengebieten stammen. All diese Nachteile gibt es bei Wasserstoff nicht. Elektrolysegeräte sind technisch simpel, kommen ohne giftige Zusätze aus, und der Grundstoff ist Wasser. Die Konzepte die es gibt, Autos auch als Energiespeicher für das Haus zu verwenden, sind mit Brennstoffzellen genauso umsetzbar wie mit Batterien, nur eben ohne Verbrauch teurer Rohstoffe und Anhäufen von Giftmüll. Batterien werden dabei zwar auch noch benötigt, aber der Wasserstoff kann den Bedarf auf einen kleinen Bruchteil reduzieren.

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Re: Energiespeicherung
« Reply #5 on: 2015, 03, 17; 18:18:35 »
Quote from: quer
Irsching-Irrsinn: Hartz IV für Zombie-Kraftwerke?

Energiewende paradox: e.on will das Gaskraftwerk in Irsching stilllegen - null Megawatt hat Europas modernstes Kraftwerk im vergangenen Jahr für den Strommarkt produziert. Doch weil es als unverzichtbar für die Notfall-Versorgung gilt, kassieren die Betreiber trotzdem seit Jahren Millionensummen. Tatsächlich haben klimafreundliche Gaskraftwerke zurzeit keine Chance gegenüber dreckigen Kohleschleudern, die staatlich subventioniert und flankiert von billigen Verschmutzungsrechten preisgünstigen Strom erzeugen können. Deshalb stehen bundesweit dutzende Gaskraftwerke vor der Schließung, während ein flexiblerer Strommarkt, intelligente Netze und Speichertechnologien auf sich warten lassen.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/150312-quer-themen100.html

Da hat er sich verrechnet, der Seehofer: er dachte mit den Russen sei jetzt Frieden, und er könnte fracken wie ein Ami, aber jetzt ist fracken bei uns verboten weil giftig, und die Russen haben wieder einen Diktator der Krieg spielen will. Jetzt kann er sich seine Gaskraftwerke einrahmen lassen.

Der Gabriel verwendet das natürlich als Ausrede, um im Interesse seiner eigenen Klientel weiter auf Kohlekraftwerke zu setzen, weil ja Kohle der einzige fossile Energieträger ist, von den Deutschland selber zum saufüttern hat.

Generative und regenerative Energieträger werden als nicht grundlastfähig weil nicht speicherbar dargestellt, um diese beiden veralteten Strategien weiterverfolgen zu können. Wie wir in dem Beitrag erfahren wird dem weiter Vorschub geleistet, indem die Energiespeicherung mittels Wasserstoff mehrfach besteuert wird, nämlich bei der Einleitung in den Speicher und bei der Entnahme. So wird die Speicherung in einem Ausmaß besteuert, das sie unwirtschaftlich macht. Ein weiterer Beweis dafür, daß weder die Unionsparteien noch die SPD ein echtes Interesse an einer Energiewende haben.

ahoy
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Re: Energiespeicherung
« Reply #6 on: 2015, 07, 11; 10:46:29 »
Quote
Weltgrößte Power-to-Gas-Anlage eingeweiht

Wasserstoff lässt sich u.a. in Tanks speichern. Foto: Anna Durst, BINE Informationsdienst
Im Energiepark Mainz wollen die Unternehmen Linde, Siemens und die Stadtwerke Mainz sowie die Hochschule RheinMain in der weltgrößten Elektrolyseanlage Wasserstoff mit erneuerbar hergestelltem Strom produzieren. Die jetzt eingeweihte Anlage hat eine elektrische Anschlussleistung von sechs Megawatt (MW). Sie kann bis zu 1.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde herstellen.

Der produzierte Wasserstoff lässt sich vor Ort lagern, in Tanks transportieren oder zur späteren Strom- oder Wärmeerzeugung ins Erdgas-Netz einspeisen. Den Großteil des Stroms für die Elektrolyse liefern dafür vier benachbarte Windenergie-Anlagen.

Die Projektbeteiligten setzen auf die PEM-Druckelektrolyse, die sich besonders für hohe Stromdichten eignen und innerhalb von Millisekunden auf die großen Sprünge bei der Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen reagieren können soll.

http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-2034742.html

Nur daß unter dem aktuellen deutschen Umweltminister Siegmar Gabriel, der sich so gerne mit Wasserstoff-Anlagen in Medien abbilden lässt, eine neue Maßnahme zur Förderung der fossilen Energieträger erfunden wurde: wenn man Wasserstoff in alten Erdgas-Tanks lagern will, muß man ihn beim Einleiten in den Tank besteuern, und bei der Entnahme nochmal. So hält man fossile Kraftwerke am Netz. Das passt bei Gabriel ins Bild, und erinnert an die unseeligen Solarauktionen.

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« Last Edit: 2015, 07, 11; 11:03:48 by hellboy »
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Re: Energiespeicherung
« Reply #7 on: 2015, 11, 24; 17:07:02 »
Quote from: Arte Future
Wie funktioniert eine Brennstoffzelle?

Autos, die mit Wasserstoff fahren? Die Brennstoffzelle macht es möglich. Und wie sie funktioniert sehen sie hier!

http://future.arte.tv/de/wie-funktioniert-eine-brennstoffzelle


Quote
MEILENSTEINE DER NATURWISSENSCHAFT UND TECHNIK

William Robert Grove und die Brennstoffzelle

Der Brite William Robert Grove (1811-1896) baut 1839 die erste funktionsfähige Brennstoffzelle. Die Spezialbatterie, die aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom erzeugt, erhält zu Groves Lebzeiten wenig Beachtung. Heutzutage gilt sie jedoch als vielversprechende Technologie, um alternative Energiequellen zu erschließen.



Inspiriert wird Grove durch den englischen Physiker Michael Faraday (1791-1867), der Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Geht dies auch rückwärts? Der Chemiker Christian Friedrich Schönbein (1799-1868) macht 1838 eine ermutigende Entdeckung: Taucht man zwei Platindrähte in Schwefelsäure und umspült einen mit Wasserstoff und einen mit Sauerstoff, so fließt Strom.

Grove verbessert den Versuch, bis eine funktionsfähige Apparatur entsteht. Obwohl Grove die Leistung seiner Gasbatterie steigert, verdrängt der Dynamo sie wenig später. Erst der Einsatz in U-Boot und Raumkapsel belebt die abgasfreie Technik wieder. In den 1970er Jahren intensivieren sich die Bemühungen der Forscher, Wasserstoff als alternative Energiequelle zu nutzen. Inzwischen gibt es verschiedene Typen von Brennstoffzellen.

Die Sendung beschreibt Groves Beitrag zur Entwicklung der Brennstoffzelle und erklärt das Prinzip. Daneben wird auch aufgezeigt, welche Rolle die Technologie im 21. Jahrhundert spielen könnte.

http://www.arte.tv/guide/de/051738-032/meilensteine-der-naturwissenschaft-und-technik


Quote
Wasserstoff statt Benzin? - FUTURE - ARTE

Seit langem werden mit Wasserstoff Raketen angetrieben. Sein Vorteil ist, dass er keine Emissionen hinterlässt: weder Schadstoffe noch Treibhausgase – nur Wasser. Deshalb gilt Wasserstoff als saubere Energie par excellence; allerdings schien seine Verwendung als Treibstoff für andere Geräte lange zu teuer. Eine Herausforderung für die Erfinder: Die Innovationswelle der letzten Jahre führte zur Handelseinführung von Wasserstoff-Fahrrädern und Wasserstoff-Autos. In Deutschland und Japan kann man inzwischen Autos mit Wasserstoff-Antrieb fahren. Wird der in unbegrenzter Menge auf der Erde vorhandene Wasserstoff das immer knappere Erdöl verdrängen?

https://m.youtube.com/watch?v=--4J-KuBMTM


Hyundai ix35fc (siehe unten) und
Hyundai Tucson seit Anfang 2015 erhältlich (Tucson nur in Californien, wegen des dichtesten Tankstellennetzes)
http://www.caranddriver.com/reviews/2015-hyundai-tucson-fuel-cell-first-drive-review

Toyota Mirai seit September in Deutschland erhältlich
http://www.autobild.de/artikel/toyota-mirai-fcv-vorstellung-und-preis-5178340.html

Honda Clarity Verkaufsstart in Europa für Ende 2016 angekündigt
http://trc.taboola.com/dennispublishing-autoexpress/log/3/visible

Honda Civic Coupé kommt kurz danach
http://www.hondanews.com/releases/ad77e7cd-24ee-4e55-9e73-d871a624da67

Chevrolet Colorado mal wieder typisch Amis: erstmal einen riesigen Geländewagen für die Armee, seit heuer im Test
http://www.pulseheadlines.com/chevrolet-develops-fuel-cell-pickup-trucks-army/11098/

Tesla und andere US-Firmen sind schon mit Hydrogen-Bussen auf dem Markt
http://news.nationalgeographic.com/energy/2015/03/150312-tesla-for-the-masses-electric-buses-take-off/


Im Vergleich zu

Mercedes-Benz Could Launch Next Fuel-Cell Car In 2017
http://www.greencarreports.com/news/1090889_mercedes-benz-could-launch-next-fuel-cell-car-in-2017
Bisher nur ein Konzept.

BMW hat es aufgegeben (obwohl die vor Jahren fast die einzigen waren, die daran geforscht haben, und hatten auch schon Prototypen), und baut nurnoch designstudien mit Toyota-Innereien.
http://ppr.li/r?trail=contributor%3Dtwitter%3A2229500664&url=http%3A%2F%2Fbmw-suv.com%2F2015-07-08%2F2016-BMW-Hydrogen-Fuel-Cell-Research-Vehicle-TEST-DRIVE%2FT_LL3Thfo_E.html&urlhash=e1a0d3f0
2009 hat man sich aus einer Entwicklungszusammenarbeit zurückgezogen, hat dann 2012 eine Zusammenarbeit mit GM abgelehnt, und mit Toyota eine neue vereinbart. Offenbar hat daran aber nur Toyota geforscht, und BMW hat nix gemacht.

VW kauft in Kanada Patente, während Toyota Patente freigibt, um die Technik schneller zu verbreiten.
http://www.autobild.de/artikel/vw-kauft-brennstoffzellen-patente-5591917.html
Für VW müssen die Gründe andere sein, weil:
Quote from: spon
Auf der Autoshow in Los Angeles hat Toyota soeben das Wasserstoff-Fahrzeug Mirai als erstes Serienmodell mit dieser Technik präsentiert. Damit sie nicht ganz blank dastehen, stellten Audi und VW auf der gleichen Messe jeweils ein Forschungsfahrzeug mit dieser Technik daneben - doch die Produktionswahrscheinlichkeit ist gleich null.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/brennstoffzellen-autos-audi-vw-und-honda-zeigen-prototypen-a-1004632.html


Zum Teil gefunden auf Papier.li E-Mobilität: http://paper.li/zaun_koenig/1301411782?edition_id=43d98920-958f-11e5-9023-002590a5ba2d


Quote
Praxistest Hyundai ix35 Fuel Cell

Die deutsche Autoindustrie will nicht, dass Sie dieses SUV kaufen

VW, Mercedes, BMW - alle forschen an der Brennstoffzellen-Technik herum, aber fürchten die Serienproduktion. Und wer verkauft's schon jetzt? Die Koreaner. FOCUS-Online testet das Antriebskonzept, das zeigt, wie die Zukunft des Autofahrens wirklich aussieht.



Eins vorweg: Wenn die deutschen Autobauer wollten, könnten sie das Wasserstoffauto schon längst verkaufen. Volkswagen und BMW bauen und testen seit Jahren Prototypen, Mercedes testet seine Brennstoffzellen-B-Klasse ebenfalls schon ewig - und verschob trotzdem immer wieder die Serienproduktion.

Stattdessen bauen VW, Audi und Co. unbezahlbare Kleinserien-Autos oder versuchen, Tesla nachzueifern. Dabei würden beispielsweise 1000 Wasserstoff-Tankstellen - mehr als es Erdgas-Tankstellen in Deutschland gibt - nur etwa soviel kosten wie 50 Kilometer Autobahn.

Hyundai schlägt Toyota

Noch bevor Toyota seine Brennstoffzellen-Limousine Mirai nach Deutschland bringt, bietet Hyundai den ix35 Fuel Cell an - für 599 Euro monatlich beziehungsweise 65.450 Euro. Eine Menge Holz - aber im Prinzip auch um ein Vielfaches alltagstauglicher als jedes rein Batterie-betriebenes Elektroauto.

http://www.focus.de/auto/videos/klickdown/praxistest-hyundai-ix35-fuel-cell-die-deutsche-autoindustrie-will-nicht-dass-sie-dieses-suv-kaufen_id_4894756.html

Über die Verstrickungen der deutschen Regierung und den deutschen Automobilkonzernen hat man ja im Zuge des VW-Skandals einiges gehört. Man hat es leider auch überhört oder gleich wieder vergessen. Wenn man sich aber erinnern will, verwundert es nicht im geringsten, daß diese Technologie so ausgebremst wird.

ahoy
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« Last Edit: 2015, 11, 30; 01:39:13 by hellboy »
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