Author Topic: Meinungsfreiheit am Arsch  (Read 2427 times)

hellboy

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Meinungsfreiheit am Arsch
« on: 2014, 09, 02; 16:06:49 »
Meinungen dürfen weiterhin nur geäußert werden, wenn sie unkritisch sind. Wer in Blogs, Foren oder sozialen Medien seine Meinung kundtut, sollte besser mit den Mächtigen auf Linie sein. Sonst drohen Zensur, Ausschluß und Anzeige.

Die Politiker wollen zurück in ihre Wohlfühl-Blasen, in denen ihnen Anhänger und Gleichgesinnte ständig erzählen, wie super sie sind. Das wollen sie auch in den neuen Medien so haben, wo sie ungeniert ihren Propagandarotz verbreiten. Nur gibt es dort Kommentar-Funktionen, wo sie plötzlich mit der tatsächlichen Meinung der Bevölkerung konfrontiert werden. Bisher konnten sie sich selbst einreden, und von ihren Speichelleckern einreden lassen, daß der tumbe Pöbel sich in Ehrfurcht vor ihrem Glanze verneigt, und sie liebt und bewundert. Jetzt sind sie plötzlich mit der tatsächlichen Meinung der Menschen über sie konfrontiert, und die ist meist alles andere als schmeichelhaft. Da werden sie dann wehleidig, und rufen nach Rache. Primitiver, simpler Rache, wie kleine Kinder, denen man das Schauferl weggenommen hat.

Dann werden plötzlich in Zeitungsforen Kommentare nichtmehr freigeschalten, wenn die geäußerte Meinung dem Autor, der meist im Interesse einer politischen Partei schreibt, oder der kritisierten Person nicht gefallen gelöscht, oder aus vorauseilendem Gehorsam garnicht freigeschalten. Da wird der Journalismus seinen eigenen Ansprüchen, die Bevölkerung unabhängig und wahrheitsgemäß informierten zu wollen nichtmehr gerecht (sofern er das jemals wirklich oder auch nur annähernd wurde), und zum willfährigen Handlanger der mächtigen.
Dann werden angeblich unabhängige Plattformen zur politischen Information der Bevölkerung zu reinen Werbeplattformen der politischen Parteien, indem sie fundierte Informationen gezielt zurückhalten oder ausblenden.
Und schließlich werden Menschen, die in sozialen Medien ihre kritischen Kommentare abgeben von der Staatsmacht verfolgt, weil die Kritisierten dies als Majestätsbeleidigung verstehen, und bereit sind die staatlichen Institutionen gewissenlos zur Befriedigung der eigenen Eitelkeiten zu missbrauchen.

Im Internet zeigt sich die Armseligkeit jener, die sich für die politische und intellektuelle Elite der Gesellschaft halten. Sie entlarven damit ihre eigenen Ansprüche an Meinungsfreiheit und staatstragendes Verhalten als reine Lippenbekenntnisse zum Zweck der eigenen Imagepflege. Sie labern ständig von mehr Mitbestimmung und besserer Einbindung der Bevölkerung, doch in Wahrheit wollen sie das alles garnicht, weil sie für Kritik zu dünnhäutig, und für Selbtreflektion viel zu borniert sind. Entgegen immerwieder erhobenen Behauptungen sind nämlich die meisten Kritiker keineswegs Leute, die strafrechtlich relevante Beleidigungen absondern, mit denen hätten sie ja weniger Probleme, weil die muß man inhaltlich nicht ernstnehmen. Wirklich Sauer werden die präpotenten Bonzen dann, wenn man sie mit Fakten konfrontiert, die sie nicht wegleugnen können, und die sie blöd dastehen lassen. Ein weiterer Aspekt die komplette Humorlosigkeit, die von den Social Justice Warriors jetzt leider auch auf die Medienlandschaft abfärbt. Das liegt aber vor allem daran, daß diese Leute total unterbelichtet sind, und die Scherze nicht verstehen. Genauso werden oft Zitate aus der Literatur als unanständig, gewaltverherrlichend, diskriminierend und am liebsten sexistisch diffamiert, einfach weil die Leute immer weniger gebildet sind, und weder die Zitate noch den Zusammenhang verstehen. Wir brauchen aber kein Downgrading des Durchschnittsintellektes, damit auch die Dümmsten alles verstehen. Wir müssen uns im Gegenteil darum bemühen, daß selbst die Dümmsten so weit gefördert werden, daß sie es dann doch verstehen.

Es stimmt einfach nicht, daß die Menschen sich im Netz unflätiger oder bösartiger als im echten Leben aufführen. Die Leute in der echten Welt sind so, und daß viele Politiker und Journalisten das nicht wissen zeugt nur von ihrer abgehobenheit. Genau wie das immerwieder auftretende Erstaunen, daß die Leute Politiker nicht anonym, sondern unter ihren echten Namen beschimpfen. Die würden ihnen das bei Gelegenheit auch ins Gesicht sagen. Das Netz gibt nicht nur den Personen die in der Öffentlichkeit stehen die Möglichkeit, ihre Inhalte auf vielen neuen wegen zu verbreiten, sondern eben auch die entsprechenden Feedbackmöglichkeiten. Was anfangs als Segen gefeiert wurde, wird jetzt wehleidig verteufelt, weil die erwarteten Huldigungen ausbleiben. Die Versuchung, das Netz ebenso wie in Diktaturen wie Russland oder China so zu beschränken, daß nurnoch konforme Meinungen verbreitet werden dürfen ist groß, auch für die Mächtigen bei uns. Das ist aber für Politiker, die sich einen demokratischen Anstrich geben wollen zunehmend undurchführbar, weil sich Zensur, Meinungsgleichschaltung und staatliche Verfolgung von Kritikern mit Demokratie garnicht vertragen. Außerdem zeugt die Annahme, daß das vermeintlich politisch korrekte immer auch das richtige ist, und alle die dem widersprechen im Unrecht sind, von politischer Unzurechnungsfähigkeit. Menschen die mit Dogmen statt mit Argumenten ankommen sind immer die ersten die sich "gehatet" fühlen, wenn man ihnen widerspricht. Das gilt für alle diese Gruppen, von den neurechten "kritischen Bürgern" über all die Verschwörungstheoretiker bis hin zu den Veganern und Genderspinnern, auch wenn letztere natürlich glauben, sie gehörten da garnicht dazu.

Wir werden unser Netz und unsere Meinungsfreiheit weiter verteidigen. Weil die Demokratie und die Menschenrechte wichtiger sind als die Eitelkeiten von einigen Komplexlern, die sich für gleicher als die anderen halten.

ahoy
hellboy
« Last Edit: 2016, 09, 29; 11:41:20 by hellboy »
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pet

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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #1 on: 2014, 09, 02; 16:19:25 »
Damit sind wir beim Thema, geschätzter helly. Schmutzperpetua ist offenbar auch Antilulz, denn der Wien-Forist
regt sich über diese Aktion auf:

http://madworldnews.com/straight-white-guy-festival-outrages-sex-marriage-supporters/

und zwar hier:
http://forum.wien.piratenpartei.at/viewtopic.php?f=131&t=6527&p=64805&sid=4e20eeaa70c8650169f4e0df20a61f44#p64805

Ich könnte diese Frage präzise, ausführlich und kurzweilig beantworten, bin aber gesperrt,
weil meine Ausführungen zu präzise und zu kurzweilig sind.

Ich empfehle hier - wieder einmal - die große Weisheitsliteratur, encyclopedia dramatica.

E.D. ist weise, weil sie präzise, ausführlich und kurzweilig das Massenmenschliche am
Internet erklärt, und die Motive und Fehler der Teilnehmer noch dazu. Wer die E.D. verstanden
hat, hört auf, Massenmensch zu sein und wird weise. Probiert es einfach (ausgenommen
helly; er hat Satori bereits erreicht).


hellboy

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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #2 on: 2014, 09, 02; 17:05:03 »
Ich seh jetzt nicht, daß sich der Lux über was aufregt. Zum aufregen ist die Tatsache, daß gerade Leute die sich als Piraten ausgeben mehr zensurieren und gleichschalten als alle anderen, obwohl die echten Ziele der Piratenbewegung genau in die entgegengesetzte Richtung führen.

Was der vom Lux verlinkten Artikel beweist ist etwas, was ich tatsächlich vergessen habe: die komplette Humorlosigkeit, die von den Social Justice Warriors jetzt leider auch auf die Medienlandschaft abfärbt. Das liegt aber vor allem daran, daß diese Leute total unterbelichtet sind, und die Scherze nicht verstehen. Genauso werden oft Zitate aus der Literatur als unanständig, gewaltverherrlichend, diskriminierend und am liebsten sexistisch diffamiert, einfach weil die Leute immer weniger gebildet sind, und weder die Zitate noch den Zusammenhang verstehen.

Wir brauchen aber kein Downgrading des Durchschnittsintellektes, damit auch die Dümmsten alles verstehen. Wir müssen uns im Gegenteil darum bemühen, daß selbst die Dümmsten so weit gefördert werden, daß sie es dann doch verstehen. Leider verfolgt die aktuelle Bildungspolitik gegenteiliges, und nach den katastrophalen ersten Interview der neuen Gesundheitsministerin Oberhauser, in dem sie ihre völlige Inkompetenz unter beweis gestellt hat, und der Eingliederung des Wissenschaftsressorts in das Wirtschaftsministerium ausgerechnet unter mitterlehner und vor allem des Anschlusses des Bildungsressorts an das Gehirnwäsche-Frauenministerium unter der radikalfeministin heinisch-hosek ist keinesfalls damit zu rechnen, daß sich daran irgendwas ändert.

ahoy
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« Last Edit: 2014, 09, 13; 12:36:06 by hellboy »
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #3 on: 2014, 09, 07; 14:14:01 »
Quote from: FAZ
Politikerinnen werden im Internet sexistisch beleidigt. Mit steigendem Bekanntheitsgrad werden die Belästigungen schlimmer. Teilweise wird ihnen mit Mord gedroht. Sogar von verurteilten Gewalttätern.

http://m.faz.net/aktuell/politik/im-internet-sind-politikerinnen-verbaler-gewalt-ausgesetzt-13126774.html

Heult doch!

ahoy
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #4 on: 2014, 09, 13; 00:59:00 »
Auch Derdiestandard hat sich der Zensur und Gleichschaltung verschrieben, und so zu einem Organ der genderfanatischen und linksfaschistischen Gleichschaltung gemacht.

http://partypiratesat.createaforum.com/tfpostgender/antje-schrupp-reisst-maske-von-gesicht-von-diestandard-at/msg2606/#msg2606

Zum glück Werden die bald dichtgemacht. Wer zensuriert, hat in einer Demokratie nix verloren.

ahoy
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #5 on: 2014, 09, 14; 17:20:45 »
Quote from: Zeit.de
SOCIAL MEDIA
Lasst die Trolle verhungern
Gegen Saboteure im Netz hilft Gelassenheit und Diskussion – viel Diskussion.
VON JOCHEN WEGNER

In diesen Tagen sind viele Nachrufe zu lesen: auf die freie Rede im Internet. Das ist wohl stark übertrieben. Doch eine der wichtigsten Errungenschaften des Netzes könnte tatsächlich bald verschwinden, wenn wir nicht für sie kämpfen.

Für die demokratische Meinungsbildung ist das Netz so wichtig wie nie zuvor. Nun aber droht der digitale Diskurs am eigenen Erfolg zu ersticken: "Die Web-Trolle gewinnen, während die Grobheit zunimmt", titelt etwa die New York Times.

Trolle, das sind im Netzjargon die Störer, die nur an Debatten teilnehmen, um sie zu sabotieren. So wie jene Twitter-Nutzer, die die Tochter von Robin Williams wohl für immer von der Plattform vertrieben: Sie schickten ihr vermeintliche Fotos ihres verstorbenen Vaters, und gaben ihr die Schuld an seinem Tod.

...

Was aber, wenn es so viele werden, dass wir sie nicht mehr ignorieren können? Wenn sie nicht so einfach zu erkennen sind wie die paar Irren in den Foren?

Nirgendwo können wir so frei debattieren wie im Netz. Diese fundamentale Freiheit hat aber einen Preis. Das Internet ist heute nicht mehr nur eine Echokammer für einzelne Saboteure, sondern auch für ganze Troll-Armeen, gesteuert von Regimen wie Russland oder China, die das Netz systematisch für verdeckte Propaganda nutzen.

...

Die Utopie einer digitalen Agora, in der Gleiche mit Gleichen frei kommunizieren, ungefiltert und unverfälscht, ist in Gefahr.

Es gehört zu unseren neuen Bürgerpflichten, diese Sphäre zu schützen. Nur helfen dagegen keine neuen Gesetze, kein "Vermummungsverbot im Internet", wie einst gefordert, keine Internetpolizei. Derlei Initiativen werden genau das zerstören, was sie zu bewahren hoffen.

Die Trolle in Schach zu halten, ohne die Freiheit zu opfern, ist so einfach wie mühsam: Wir müssen uns täglich selbst einmischen. Millionen von Menschen, die zivilisiert debattieren, die falschen Informationen richtige entgegensetzen, die Störer gelassen übergehen und bei seltsamen Spam-Wellen aufmerksam werden, sind unbesiegbar. Einem aufgeklärten digitalen Bürgertum ist keine Troll-Armee gewachsen.

Wir kommen unserer Utopie nur näher, wenn wir sie selbst mit Leben füllen. Gehen Sie also jetzt auf Facebook und starten Sie eine Diskussion, wenn nicht zur deutschen Außenpolitik, dann eben über die Gentrifizierung Prenzlauer Bergs oder zur weiteren Verschönerung Papenburgs. Kommentieren Sie die aktuelle Lage in Gaza auf einer Nachrichten-Website. Die Redaktion von ZEIT ONLINE und viele andere verwenden große Leidenschaft darauf, einen zivilisierten Diskurs zu gewährleisten. Vor allem aber: Bleiben Sie gelassen, wenn nicht alles so wohltemperiert ist wie bei Anne Will. Ihr digitales Engagement ist für unsere Demokratie genauso wichtig wie das im Gemeinderat, in einer Bürgerinitiative oder Ihr Gang zur Wahlurne.

Solange das Internet frei ist, werden Trolle immer wieder kleine Siege erringen, manchmal auch große. Die Freiheit im Netz ist auch immer die Freiheit der Trolle.

Ganzer Beitrag: http://www.zeit.de/2014/35/social-media-troll-demokratie-meinungsfreiheit?

Kann ich unterschreiben. Vor allem Fakten statt Dogmen und Propaganda ist ja eine urpiratische Forderung. Wenn wir wieder dahin zurückfinden, kann aus den Piraten doch noch die Zukunft der Demokratie werden.

ahoy
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« Last Edit: 2014, 09, 14; 17:22:40 by hellboy »
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #6 on: 2014, 09, 25; 23:13:22 »
Quote from: Zeit online
Netiquette für Parteimitglieder

Dank Twitter findet die Selbstdemontage der Piraten in aller Öffentlichkeit statt. Hier ein paar Vorschläge, wie sich das Diskussionsklima verbessern ließe.

weiter

Schönen Dank auch, aber wir Piraten mögen unsere Meinungsfreiheit so wie sie ist. Egal ob es das flauschdiktat im sogenannten Kodex nach scientologyvorbild, den uns der Christopher Clay und seine jünger aufzwängen wollte, forenregeln oder andere Vorschriften waren, sie sind allesamt als zensurwekzeuge gebraucht worden. Ich schreibe absichtlich nicht missbraucht, weil zumindest der Clay das schon mit dem Vorsatz verzapft hat.

Egal ob es mal wieder gut gemeint ist, es ist schon sprichwörtlich das Gegenteil von gut.

Wir Piraten lehnen weiterhin jede Einschränkung der Meinungsfreiheit ab!

ahoy
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #7 on: 2014, 11, 12; 15:24:21 »
Quote
Sockenpuppen aus Österreich: Foren gezielt manipuliert

Ein österreichische PR-Agentur soll mit zehntausenden Fake-Accounts gezielt Kommentare in Foren gestreut haben, die die Auftraggeber in besseres Licht rückt. Das geschah im Dienste gewichtiger Kunden.


Eine Wiener PR-Agentur namens Mhoch3 hat offenbar im großen Stil versucht, durch vermeintliche Nutzerpostings die öffentliche Meinung in Onlineforen zu beeinflussen. Laut Recherchen des Magazins Datum standen dahinter prominente Auftraggeber wie etwa die konservative Partei ÖVP, die staatliche Eisenbahngesellschaft ÖBB, die Bank Austria, das Reise-Unternehmen TUI Österreich, der Pharmakonzern Bayer Austria, aber auch Kunden außerhalb des deutschen Sprachraums wie der britische Anbieter Paysafecard.

Der Bericht bringt mehrere Beispiele solcher Kommentare von Fake-Nutzern, zum Beispiel 2009 anlässlich der Studierendenproteste "unibrennt" über den damaligen Bildungsminister Hahn (ÖVP): "Ich finde es toll, dass Hahn, obwohl er selber anscheinend nicht so protestieren würde, doch Verständnis für die Proteste und die Besetzung hat. Nun bleibt es zu hoffen, dass dieser Konflikt bald gelöst wird – Letztendlich bemüht sich Hahn doch darum.“

80.000 bis 100.000 Kommentare pro Jahr

"Wir machen Meinung", verspricht die Agentur. Vergrößern Datum schätzt, dass die Agentur mehrere zehntausend solcher Fake-Accounts angelegt haben könnte. Eine Liste von 2012 verzeichne rund 10.000 Profile, dazu noch 2000 für internationale Foren, wobei die Agentur wohl Online-Meinungspflege in mindestens sechs Sprachen anbietet. Die jährliche Leistung wird auf 80.000 bis 100.000 solcher Kommentare geschätzt. Die seit zehn Jahren aktive Agentur unterhält dafür offenbar einen Stamm von freien Mitarbeitern, die nicht vom Büro aus posten dürfen, damit die IP-Adressen keinen Verdacht erregen.

Agenturchef Martin Kirchbaumer bezeichnete die Poster gegenüber Datum als "Onlinejournalisten“, die recherchierten, sich eine Meinung bildeten und sie äußerten. Die Agentur habe aktuell vierzig Angestellte und beschäftige eine dreistellige Anzahl solcher "Online-Journalisten“. Das verdeckte Vorgehen begründete Kirchbaumer damit, dass einem offen auftretenden "Firmenvertreter nichts geglaubt wird“. Dabei gehe es nicht um Irreführung, sondern um Aufklärung über wahre Inhalte, was von der Zielgruppe auch gewünscht werde, betonte er.

"Du schläfst nicht so gut"

Datum zitiert auch ehemalige "Onlinejournalisten“, die diese Praktik etwas anders bewerten: "Wenn du einem Spielsüchtigen in einem Wettforum vorgelogen hast, dass du seit Jahren gut vom Onlinezocken lebst, dann schläfst du nicht so gut." Mhoch3 dürfte jedenfalls nicht die einzige Agentur sein, die so vorgeht: 2013 wurde etwa das Vorgehen des Anbieters Wiki PR publik, der Wikipedia-Einträge von mindestens 300 Fake-Profilen aus verschönerte. (axk)

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sockenpuppen-aus-Oesterreich-Foren-gezielt-manipuliert-2444134.html

diese sockenpuppen kennen wir ja auch von der extremen linken in diversen zeitungsforen, seziell im wahlkampf, wo sie versuchen mit upvotes von beiträgen und unzähligen postings stimmung für ihre wirren anliegen zu machen. zum glück übertreiben die immer so, daß man sie gleich erkennt. die bezahlten sind da besser geschult.

natürlich provozieren die dann auch gerne, um sich dann als opfer zu produzieren, und all die anderen unredlichen tricks der online-promotion beherrschen sie natürlich ebenfalls. und auch die vorwürfe, daß in der wikipedia massiv ideologische positionen statt fakten platziert werden, werden wiedereinmal bestätigt.

ahoy
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« Last Edit: 2015, 01, 25; 01:58:20 by hellboy »
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #8 on: 2015, 01, 25; 01:50:56 »
Quote from: theguardian
Wikipedia bans five editors from gender-related articles
Online encyclopedia’s highest court rules on more than 10 editors deemed to be breaking the site’s rules amid Gamergate controversy


Wikipedia’s arbitration committee, the highest user-run body on the site, has banned five editors from making corrections to articles about feminism, in an attempt to stop a long-running edit war over the entry on the “Gamergate controversy”.

The editors, who were all actively attempting to prevent the article from being rewritten with a pro-Gamergate slant, were sanctioned by “arbcom” in its preliminary decision. While that may change as it is finalised, the body, known as Wikipedia’s supreme court, rarely reverses its decisions.

The sanction bars the five editors from having anything to do with any articles covering Gamergate, but also from any other article about “gender or sexuality, broadly construed”.

Editors who had been pushing for the Wikipedia article to be fairer to Gamergate have also been sanctioned by the committee, but one observer warns that those sanctions have only hit “throwaway” accounts.

“No sanctions at all were proposed against any of Gamergate’s warriors, save for a few disposable accounts created specifically for the purpose of being sanctioned,” said Mark Bernstein, a writer and Wikipedia editor.

In contrast, he says, “by my informal count, every feminist active in the area is to be sanctioned. This takes care of social justice warriors with a vengeance — not only do the Gamergaters get to rewrite their own page (and Zoe Quinn’s, Brianna Wu’s, Anita Sarkeesian’s, etc); feminists are to be purged en bloc from the encyclopedia.”

more

Auf Deutsch da:

Quote from: genderama
In der deutschen Wikipedia hat die radikalfeministische Fraktion von Andreas Kemper bis "Fiona Baine" die Einträge zum Genderthema fest im Griff – und die anderen Mitarbeiter der Enzyklopädie schauen untätig zu. Offene Hetze gegen Andersdenkende wird achselzuckend hingenommen; am Beibehalten des Neutral Point of View sind deutsche Wikipedianer nicht interessiert. In der englischsprachigen Wikipedia hingegen hat man der ideologischen Korruption jetzt einen Riegel vorgeschoben

weiter

Soviel zu Wikipedia als Quelle für zuverlässige Informationen. 💭

ahoy
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #10 on: 2015, 07, 18; 10:41:27 »
Quote from: Solarius
Hier möchte ich Dieter Nuhr verlinken:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/dieter-nuhr-ueber-shitstorms-digitales-mittelalter-13706268.html

Quote from: Dieter Nuhr
... Ich wurde sogar in die Nähe von Rechtsradikalen gerückt, ein völlig irrsinniger Vorwurf. Ist man jetzt Nazi, wenn man eine Meinung gegenüber Griechenland vertritt, die beispielsweise auch Sozialdemokraten ganz selbstverständlich vertreten, nämlich dass internationale Verträge eingehalten werden müssen und dass sie nicht im Nachhinein, auch nicht durch einseitige demokratische Abstimmung, gebrochen werden dürfen? Was für ein Irrsinn!...
Das kommt mir irgendwie bekannt vor. - Und ich stimme Dieter Nuhr zu: Es ist Irrsinn.

Quote from: Dieter Nuhr
...Die Primitivität und Aggressivität, mit der Andersmeinende im Internet verfolgt werden, scheint mir denselben psychologischen Mechanismen zu folgen, die früher zu Lynchjustiz und Pogromen führten. Der Andersmeinende wird zunächst als wahlweise „dumm“ oder „böse“ dargestellt. Er ist also das, was man im Mittelalter als „wahnsinnig“ oder „vom Teufel“ bezeichnete, damals wie heute ein Tötungsgrund, nur eben heute virtuell, ein erheblicher Fortschritt, sicherlich....Der Delinquent wird zur digitalen Vernichtung freigegeben...
Lynchjustiz!


Quote from: Dieter Nuhr
...Es geht hier schon lange nicht mehr um Meinungsfreiheit. Es geht um Meinungshoheit. In den seltensten Fällen kommt es zum Austausch von Argumenten. Die Regel ist, dass die Vernichtung der abweichenden Meinung angestrebt wird, meist durch Überwältigung, Etikettierung, Beleidigung. Das Internet, vor allem die „sozialen Netzwerke“, sind insofern zum mittelalterlichen Marktplatz verkommen. Die Orte, an denen die Scheiterhaufen lodern, heißen Facebook und Twitter...
Nicht nur dort. Leider auch hier im Forum der Piratenpartei.

Der Artikel in der faz ist lesenswert.

https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=499724

Auch im bundesforum der österreichischen Piratenpartei.

ahoy
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edit: link ergänzt
« Last Edit: 2016, 02, 22; 17:02:11 by hellboy »
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #11 on: 2015, 10, 25; 21:59:04 »
Quote from: danisch
Von der enormen Schwierigkeit, in diesen Tagen ein Blog zu führen

Dieses Blog besteht seit 9 Jahren, nächstes Jahr würde ich 10-jähriges Jubiläum feiern.

In den ersten 9 Jahren ist mir das Führen dieses Blogs so leicht gefallen, hat mir immer Spaß gemacht, die Finger wollten von selbst an die Tastatur.

Das ist nicht mehr so.

Seit einigen Wochen, vielleicht Monaten, empfinde ich das Bloggen – nee, eigentlich nicht mal das Bloggen an sich, sondern das Moderieren und überhaupt den Umgang der Öffentlichkeit mit Blogs – als Belastung und als Last. Der Teil des Bloggens, der mit anderen Menschen zu tun hat, macht keinen Spaß mehr.

Wir sind – allgemein, nicht nur dieses Blog, in der kommerziellen „großen” Presse ist das ja auch nicht anders – in einem Gesellschaftszustand angekommen, in dem es eigentlich nur noch um den Krieg Linke gegen Rechte geht, nur noch darum, ob man gegen Flüchtlinge ist oder gegen solche, die gegen Flüchtlinge sind. Es sind eigentlich nur noch zwei Kriegsparteien aktiv, die völlig hirnlos und fanatisch auf ihr jeweiliges Feindbild eindreschen. Deutschland, das sich selbst so gerne als Land der Dichter und Denker tituliert, obwohl es vielleicht gerade mal zwei Dutzend davon gab und die lange tot sind, ist zu einer Ansammlung aggressiver Idioten verkommen.

Es gibt kein anderes Thema mehr.

Dabei hatten wir noch kürzlich erst welche. Klimawandel. Eurorettung. Griechenland. Geheimdienste. Überwachung. Rinderwahnsinn und Hühnergrippe. Staatsverschuldung erhöhen oder abbauen. Hat Politiker X in seiner Dissertation abgeschrieben oder nicht. Oder ob der Prominente Y Steuern hinterzogen hat. Ist TTIP gut für uns? Und, und, und.

Alle weg.

Es geht nur noch um ein Thema.

Sogar Feminismus-Genderismus ist von der Tagesordnung gewichen. Könnt Ihr Euch noch erinnern, dass es gerade mal wenige Monate her ist, dass uns die Presse pausenlos, von morgens bis abends, auf allen Kanälen, damit zugedonnert hat, was für wunderbare Menschen Schwule seien, und wie sehr das Abendland die Homo-Ehe braucht um zu gedeihen? Kein Wort mehr davon.

Die Frauenquote: Hatten wir nicht gerade noch pausenloses Getöse davon, dass unsere Wirtschaft dem sicheren Untergang geweiht wäre und unrettbar dem Siechtum anheim fiele, wenn wir nicht sofort Frauenquoten überall einführten, weil die Frau an sich die offenkundig einzige – gleichwohl nur ideologisch erleuchteten Politikern ersichtliche und erkennbare – Rettung vor dem Untergang sei? Kein Wort mehr davon. Weg aus der Wahrnehmung. Stattdessen verkündet Mutti Merkel nun alternativlos „Wir schaffen das” und begründet das ausgerechnet mit der prosperierenden Wirtschaft, der es so gut ginge wie noch nie und die die höchsten jemals erzielten Steuereinnahmen abwerfe. Dieselbe Wirtschaft, der dieselben Politiker eben noch den bevorstehenden Tod prognostizierten, wenn man nicht sofort auf das einzige Rettungsmittel Frauenquote zurückgreife. Jetzt ist alles ganz anders. Plötzlich ist weder von Frauen noch von Krankheit der Wirtschaft die Rede. Jetzt ist es umgekehrt, jetzt strotzt sie so vor Kraft, dass sie ganz dringend Flüchtlinge als zusätzliche Arbeitskräfte braucht. Äh, brauchen soll. Und morgen gibt’s dann die nächste Diagnose mit der nächsten verschriebenen Therapie. Verschrieben von der Sorte Politikern, die noch nie in der Wirtschaft gearbeitet haben, aber sich einbilden, keiner wüsste es so gut wie sie.

Diese plötzliche Fixierung auf ein einziges Thema, auf einen Krieg links gegen rechts, merke ich auch an den Blog-Kommentaren. Und nicht nur ich, sondern auch die intelligenteren unter meinen Lesern. Einige haben mich in den letzten Tagen darauf hingewiesen, dass sich mein Blog, nicht mal das Blog selbst, sondern die Kommmentare, zum Negativen verändert hat. Und ich muss leider sagen, dass sie damit Recht haben. Ich danke für die Hinweise und das Feedback. Und ich werde Konsequenzen daraus ziehen.

Ich weiß nur noch nicht, welche. Darüber muss ich nachdenken. Ich stand noch nicht vor dieser Situation.

Wobei mir das auch schon aufgefallen ist, dass sich in den Kommentaren immer mehr Rotz ansammelt. Früher habe ich (neben dem automatisierten Werbe-Spam natürlich, der ohne Schutzmechanismen bei über 1000 Postings pro Tag liegen würde) vielleicht 10 Kommentare im Jahr blockiert. Dementsprechend leicht war auch das Moderieren.

In den letzten Monaten sind nicht nur die Zugriffszahlen auf mein Blog rapide gestiegen, auch die Zahl der Kommentare. Ich muss derzeit meist zwischen 100 und 200 Kommentare pro Tag moderieren.

In den letzten Wochen ist jedoch die Rate der Kommentare, die ich blockiere, ebenfalls rasant gestiegen. Allein in den letzten Tagen habe ich über 100 Kommentare blockiert, und der Anteil der blockierten Kommentare lag zeitweise gar bei etwa der Hälfte.

Sowas will ich nicht.

Ich will kein Blog führen, in dem man jeden Abend Dreck ausmisten muss als würde man einen Schweinestall leerschaufeln.

Zumal das nicht nur keinen Spaß macht, sondern auch anstrengend und belastend ist und Zeit kostet. Früher habe ich mein Blog mit dem Handy aus der U-Bahn moderiert. Heute kann ich das nicht mehr. Zu oft passiert es, dass ich beim Überfliegen irgendeinen Dreck übersehe und mich die Leser dann hinterher fragen, was ich da wieder für einen Dreck durchgelassen habe.

Denn der Dreck ist nur selten offensichtlich. Oftmals fangen Kommentare subtil mit interessanten und wichtigen Informationen an, und haben dann unten irgendeinen rechtsradikalen Dreck hängen, den man mitunter noch nicht mal sofort als solchen erkennt. Oftmals braucht man da einen geschichtlichen oder politischen Hintergrund, um das Zeug zu verstehen, der mir schlichtweg fehlt.

Es ist paradox, aber: Ich habe mich noch nie mit rechtsradikalen Parolen beschäftigt, war noch nie bei irgendwelchen Veranstaltungen oder irgendeiner rechten Partei, deren Standpunkte interessieren mich so gar nicht, dass ich da überhaupt nicht hin will. Meine Berichte zeigen ja, dass ich sehr oft bei Piraten, Grünen, SPD war, um sie zu kritisieren. Aber ich war noch nie irgendwo rechts der Mitte, noch nicht mal bei der CDU. Nicht mal der FDP. Weil mich da überhaupt nichts hinzieht, ich mich mit rechtem Gesabbel erst gar nicht befassen will. Trotzdem führt gerade das dazu, dass man viele rechtsradikale Formulierungen, Redewendungen, Argumentationsweisen nicht also solche erkennt, sie durchlässt, und dann selbst als Rechter hingestellt wird, obwohl man gerade das am allerwenigsten ist.

Weil die, die einem solche Vorwürfe machen, nämlich Linke und Mainstreamer, nicht nur genauso dämlich sind wie die Rechten, sondern aus der selben Sorte gemacht sind.

Ja, ich halte sie beide, Rechte wie Linke, für das letzte Dummvolk und verachte sie beide zutiefst.

Der Unterschied ist nur, dass ich zu den Linken hingehen muss, um das Thema Feminismus zu bearbeiten, während die Rechten zu mir kommen, weil ich die Linken kritisiere. Ich habe bei Piraten, Grünen und der SPD, auch im linken Universitätsspektrum, reichlich der mit Abstand dümmsten Menschen meines Lebens vorgefunden. Aber mir auch einige der dümmsten Menschen als Kommentatoren von rechts eingehandelt.

Noch eine der wenigen Asymmetrien: Von Linken in Parteien und Universitäten bekomme ich immer vorgehalten, dass ich versuchte, in einen „Diskurs” (ich mag dieses ideologisch verbrannte Wort nicht) mit ihnen zu treten, sie das aber ablehnten. Dabei will ich das gar nicht. Was bilden die sich ein? Ich will nicht mit ihnen, sondern über sie reden. Welcher Forscher redet schon mit den Präparaten unter seinem Mikroskop? Anders die Rechten: Mit denen will ich zwar auch nicht reden, nicht mal über sie, aber die drängen mir ständig den „Diskurs” auf – und kapieren es nicht mal, wenn ich sie rauswerfe, die ziehen dann mit einer Beleidigung ab und kommen nach 3 Tagen wieder.

Wo sind all die normalen Leute geblieben?

Man hat sie verschreckt.

weiter

Man kann nichtmal sagen, der klügere gibt nach, weil das bullshit ist. Es ist einfach dämlich, den Spinnern immer nachzugeben, weil die mit ihrer Dummheit alles zerstören. Auch die Meinungsfreiheit, weil sie mit ihrem unermüdlichen Absondern von unglaublich dummen Dingen all das kluge was gesagt wird übertönen. Bzw wie im vorliegenden Beispiel interessante Kommentare zu Blogartikeln in einem wertlosen shitstorm zwischen rechten Esos und linken Demokratiehassern untergehen.

Ich kann es dem hadmut nachfühlen. Hab das gerade im Bundesforum der deutschen Piraten erlebt. Dort sind allerdings die Moderatoren Teil des Problems, weil sie mittels gezielter Zensur und Sperrung von Kritikern schützend die Hand über geistig verwirrte Esoteriker und mindestens ebenso umnachtete Linksfaschisten halten. Damit verhindern sie dort jede sinnvolle Diskussion, und geben den Trollen die Macht, an den Piraten Interessierte mit ihren absurden Ergüssen und nur mäßig hintergründigen Beleidigungen innerhalb kürzester Zeit zu vertreiben. Vonseiten des Vorstandes gibt es augenscheinlich keinerlei Interesse das zu ändern. Offenbar war das Forum genau das, was die eitlen Gecken an der politischen Sonne nicht ertragen können: eine Plattform transparenter Information und kritischen Feedbacks.

ahoy
hellboy
« Last Edit: 2015, 10, 25; 22:01:16 by hellboy »
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hellboy

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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #12 on: 2016, 03, 09; 18:00:55 »
Politische Witzfiguren, Blogs und das Ende der Meinungsfreiheit

Vor kurzem habe ich angefangen, einen Blog auf "Fisch und Fleisch" zu schreiben. Die Plattform hatte einen guten Ruf, weil dort angeblich die Meinungsfreiheit groß geschrieben wurde, und man nicht gleich gelöscht und gebannt würde, wenn man Leuten die Wahrheit sagt. Doch weit gefehlt, bei denen ist es auch nicht anders.


Schon viele Plattformen haben von sich all diese Dinge behauptet, das ist klar. Welche Plattform wirbt schon für sich mit den Worten "wenn du bei uns was schreibst, was nicht konform ist, dann fliegst du raus'"? Macht natürlich niemand, weil ja auch jede Plattform und ihre Betreiber sich für das Maß aller Dinge halten. Und natürlich schreibt auch niemand wenn es so weit ist "du fliegst jetzt raus wegen abweichender Meinung", sondern man überlegt sich was, wie man gut dasteht, so wie Unhöflichkeit, Unsachlichkeit, Respektlosigkeit und all die anderen schönen Umschreibungen für "unangenehme Wahrheit".

Ich habe das schon auf diversen Plattformen erlebt. Ein Beispiel dafür ist "neuwal", ein Portal das angeblich vor Wahlen unabhängig über Parteien und ihre Programme informiert, damit sich die Wähler ein Bild machen und entscheiden können, welche Partei ihnen am meisten zusagt, und welches Programm sie am besten finden. Diese Plattform will aber in Wahrheit garnicht adäquat über die Parteien berichten. Das ist eine Webeplattform für die Parteien, wo sie ihre Propaganda verbreiten können, und wehe dem, der mit der bösen gemeinen Realität daherkommt. Ich musste das erfahren, als ich im Zuge des EU-Wahlkampfes dort bei den Kommentaren auf ein Faktum im Zusammenhang mit der kommunistischen Wählerverarsche "Europa anders" kurz "andas" (ja, peinlich, aber da kann ich nix dafür) auf diverse Ungereimtheiten aufmerksam machen wollte, unter anderem darauf, daß die Piratenpartei nicht wie offiziell behauptet das Projekt mit vereinten Kräften unterstützen, sondern es erheblichen Widerstand dagegen gibt. Dazu wollte ich lediglich eine offizielle Seite der Piratenpartei auf neuwal verlinken, auf der sich etliche Piraten von dem Projekt und der kpö distanziert haben, ich habe das nicht einmal kommentiert. Daraufhin wurde ich wegen einer Beschwerde der parteioberen von Piratenpartei und kpö für die kommentarfunktion von neuwal gesperrt und mein Kommentar wurde gelöscht. Begründung: ich wäre unhöflich und feindselig. Die Wahrheit ist für ein politisches werbeportal also unhöflich und feindselig.

Was das angeht hatte ich bei f&f gerade ein deja-vue. Es begann ja schon damit, daß die Propagandaschleudern des Putinregimes laut aufheulten, als sie plötzlich von mir mit Fakten konfrontiert wurden. Schon da hat sich die Forenmoderaton als Zensurbehörde dieser demokratiefeindlichen Neofaschisten geoutet, und einiger meiner Kommentare gelöscht, obwohl diese nichts als die Wahrheit enthielten. Dann kam kürzlich ein FPÖler namens Jörg Mayer daher, und verzapfte völligen Unsinn über das Thema Drogen. Ich schrieb ihm in die Kommentare zu seinem Artikel einige Fakten und Richtigstellungen, und stellte fest, daß sich jemand der Legalisierung offensichtlich nicht von Entkriminalisierung unterscheiden kann, und noch dazu den völlig nichtssagenden Propagandabegriff "Freigabe" verwendet beim Thema Drogen nicht als Oberlehrer aufspielen, sondern sich erstmal grundlegend informieren sollte. Ich habe ihm sogar einige Links zukommen lassen, die alle relevanten Fakten enthalten. Doch der Mayer wollte das garnicht wissen, er beharrte auf seiner bescheuerten Propagandaposition. Natürlich kam er mir mit all den peinlichen Mätzchen, die sie solchen Wapplern auf der Parteiakademie beibringen: erst die Unterstellung, ich hätte seinen Artikel garnicht gelesen, dann der Hinweis, daß er jus studiert, und sich deshalb doch besser auskennen müsste, und dann kam auch schon "unhöflich". Da lief der gerade noch so angeberische Großkotz zur Moderation und beschwerte sich, daß ich so gemein zu ihm sei, und man mich doch verwarnen sollte. Und die Moderation hat sich auch nicht entblödet, genau das zu tun. Natürlich heißt es jetzt, der hätte sich garnicht selber beschwert, aber das ist ohnehin nebensächlich, was zählt ist, daß ich aufgefordert wurde, nichtmehr auf den Fakten zu bestehen.

Schließlich geriert sich der Jörgi Mayer lauthals als die große Nachwuchshoffnung der FPÖ, so einen darf man doch nicht kritisieren. Schließlich hat der peinliche Politfatzke dann enthüllt, worum es wirklich ging: er ist selber der der Meinung, daß die Position der FPÖ zum Thema Drogen unhaltbar und blödsinnig ist, will das aber nicht öffentlich zugeben, weil er damit seine Parteikarriere gefährdet sieht. Ich habe ihn aber darauf festgenagelt, und von ihm verlangt Farbe zu bekennen. Da musste er natürlich zur Moderation laufen und losheulen: "Taaaaaaanteeeeeehhhh! Dea is gemeeeeeeeeeeeeeeehin!!!!!" Und die Moderation hat sofort Windeln und Babypuder ausgepackt für den unterbelichteten Politschnösel, und mich wegen "Unhöflichkeit" verwarnt. Womit sie nicht gerechnet haben: ich laß mir sowas nicht gefallen. Auch dann nicht, wenn mich der nicht selber gemeldet hat, weil wen anderen geht das doch noch viel weniger an.

Wie ich schon in meinem Artikel "die Diktatur der Nervensägen" geschrieben habe:

Quote
Wer am längsten nervt gewinnt

Das ist die ganz große Gefahr: daß die gewinnen, die am längsten und effektivsten rumnerven, bis alle anderen aufgegeben haben. Ein Kurzzeitminister der FPÖ hat davon auch einmal berichtet, ich weiß leider nicht mehr, welcher das war. Er trat nach kurzer Amtszeit zurück, nachdem er als Quereinsteiger ohne vorherige politische Erfahrrung gleich zu einem Ministeramt kam. Er berichtete, er wäre mit großen Ambitionen und dem Willen wirklich etwas zu verändern und zu verbessern in seine neue Tätigkeit gegangen. Nach kurzer Zeit hatte er allerdings festgestellt, daß man entweder im System mitschwimmt, und versucht seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, oder von den Mühlen des Politischen Filz zermürbt wird. Die Menschen die er in der Politik kennengelernt hätte wären großteils Leute denen es nur darum ginge mit möglichst wenig Anstrengung möglichst viel Geld zu verdienen, die jene die nicht mitspielen ausschließen, mobben und schließlich so frustrieren, daß diese aufgeben, und nurnoch teilnahmslos als kleine Rädchen im System funktionieren. Er war davon so angewidert, daß er alles hinschmiss, und verlauten ließ, er wolle mit der Politik nie wieder etwas zu tun haben. Der Mann war Minister, man kann sich vorstellen wieviel Einfluß all die anderen Leute in der Politik wirklich haben, und wie wenig sie tun können, um sich gegen den Druck der Sytemerhalter zur Wehr zu setzen. Was wirklich gemacht wird, wird in kleinen Zirkeln entschieden, den Parteivorständen und den Interessenvertretern der großen Machtblöcke wie dem CV und den Bünden bei der ÖVP, der Logen und Gewerkschaften bei der SPÖ, den Burschenschaften und Verbindungen bei der FPÖ und dem Marxismus-Feminismus-Klüngel bei den Grünen, alle anderen werden dann von deren Handlangern so lange bearbeitet, bis sie allem zustimmen, was dort entschieden wurde. Daß man „für die Politik eine dicke Hat braucht“ hört man immerwieder, daß aber das Ausmaß an systematischem Mobbing und der Anfeindung gegen Abweichler ein solches Niveau erreicht hat, wird selten berichtet, und das ist wohl auch nicht erwünscht. Daraus lässt sich aber auch ableiten, daß die Beteuerungen man wolle etwas gegen die grassierenden Anfeindungen im Internet tun nur vorgeschoben sind, und alles was in diese Richtung unternommen wird auch nur der Gleichschaltung von Meinungen dienen soll.
Gut, daß der FPÖ-Minister nichtmehr als Politiker miterleben muß, wie jemand der sich als Vertreter der selben Partei ausgibt, genau das was er kritisiert ins Extrem treibt. Der Mayer ist sogar zu feige sich selber mit mir anzulegen, er rennt gleich zur Moderation. Und wer die Moderation lange genug nervt, für den wird dann die böse Realität gelöscht, und er kriegt nurnoch die Eier geschaukelt. Wenn der mich wirklich nicht selber gemeldet hat, dann ist das ja noch interessanter. Dann gibt es offenbar einen organisierten Mob, der Menschen mit abweichender Meinung systematisch meldet, um sie zum schweigen zu bringen. Eine Moderation die auf sowas einsteigt, ist ja noch wertloser. Und wenn die Moderation von sich aus die Sprachpolizei spielt, dann hat die Plattform garkeine Existenzberechtigung, schon garnicht wenn sie sich als Hort der Meinungsfreiheit ausgibt.

Wenn Blogs in denen es angeblich um Meinungsfreiheit geht anfangen im Interesse von Pseudo-Nachwuchspolitikern und selbsternannten Moralaposteln normalen Bürgern den Mund zu verbieten, weil sie sich nicht unterwürfig genug geben, dann ist das mal wieder der Anfang vom Ende eines gut gemeinten Projektes, dann ist das einzig relevante was geschrieben wurde die Schrift an der Wand: mene, mene, tekel! Noch eine Plattform auf der das politische Establishment seine Propaganda ungestört verbreiten kann braucht absolut niemand!

ahoy
hellboy
« Last Edit: 2016, 03, 09; 19:32:29 by hellboy »
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Re: Meinungsfreiheit am Arsch
« Reply #13 on: 2016, 03, 20; 20:54:23 »
Hier ist ein zweiter Fall, nur eher zweifelhaft.

Quote from: 'hellboy'
Vor kurzem habe ich angefangen, einen Blog auf "Fisch und Fleisch" zu schreiben.

Vor kurzem hat dieparty angefangen, einen Blog auf "Fisch und Fleisch" zu schreiben.

Quote from: 'hellboy'
Die Plattform hatte einen guten Ruf, weil dort angeblich die Meinungsfreiheit groß geschrieben wurde, und man nicht gleich gelöscht und gebannt würde, wenn man Leuten die Wahrheit sagt. Doch weit gefehlt, bei denen ist es auch nicht anders.

Das dachte sich auch Dieparty.

Quote from: 'hellboy'
Was das angeht hatte ich bei f&f gerade ein deja-vue.

Für Dieparty ist völlig neu wo gesperrt zu werden. Blogspot findet voll cool was Dieparty dort an Schriftstellerei macht.

Quote
Es begann ja schon damit, daß die Propagandaschleudern des Putinregimes laut aufheulten, als sie plötzlich von mir mit Fakten konfrontiert wurden.

Der Dieparty klingt aber auch wie ein Putin-Troll. Er ist ein Grünen-Hater, ein Presse-Hater, ein NATO-Hater und ausgesprochen PRO-Islam.  Das kann beim Dieparty nicht der Löschungsgrund sein.

Quote
Schon da hat sich die Forenmoderaton als Zensurbehörde dieser demokratiefeindlichen Neofaschisten geoutet, und einiger meiner Kommentare gelöscht, obwohl diese nichts als die Wahrheit enthielten. Dann kam kürzlich ein FPÖler namens Jörg Mayer daher, und verzapfte völligen Unsinn über das Thema Drogen.

Auch erstaunlich: Dieparty hetzt eigentlich weniger und milder als Jörgl oder Fritzel, allerdings ist Dieparty wesentlich amüsanter und literarischer. Deswegen waren Diepartys Artikel auch so unkontroversiell fürs FUF-Publikum. Wegen dem Dieparty hatten die Moderatoren und Siliva vermutlich wenig Arbeit wegen Zensurstress. Wegen Arbeit hätte ich eher dich gesperrt als Dieparty.



Quote
Schließlich geriert sich der Jörgi Mayer lauthals als die große Nachwuchshoffnung der FPÖ, so einen darf man doch nicht kritisieren.

Ist doch wurscht, wenn er ein Ideologie-Spammer ist, das ist dort jeder. Manche spammen ihre Eso-Website mit Zauberkristallen. Jedenfalls behält sich Gastgeberin Silvia vor, Satire zu sperren, wenn sie zu lustig ist und z.B. ins Herz trifft. Ich sehe das nicht ein, dass Satire eher gesperrt wird als unlustiges Gutmenschen-Hating wie von Jörgl und Fritzl. Seit 1776 genießt Satire, und das ist Dieparty zweifellos, besondere Narrenfreiheit, statt besondere Willkür, nur weil der Spott zufällig sehr treffend ist statt fad.