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Author Topic: Antje Schrupp reißt Maske von Gesicht von diestandard.at  (Read 1086 times)

marenostrum

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Ich finde übrigens, dass die Öffentlichkeit die Gender-Debatte zu ernst nimmt. Hier gibt es nichts ernstzunehmen. Hier geht es nicht um die Rechte der Frau. Hier geht es ausschließlich um
- plumpe Versuche, sich ein Gefolge aufzubauen
- "plump", weil diese Versuche keinerlei Fantasie oder Kenntnisse erfordern, einfach das verkrustete Schmalz der letzten 100 Jahre noch einmal und noch einmal in die Prosa schmieren
- außerdem kann man mit Gender babyleicht eine JURY beeindrucken, was ganz was anderes ist als ein PUBLIKUM zu beeindrucken
- Freude an der Hetze, Freude am Hintreten auf Depperte -- vor allem gegen und auf dermaßen angetritschte DummschwätzerInnen, dass Mitleid gar nicht erst aufkommt, was für bizarre Morddrohungen besonders wichtig ist
- Profitgier der Online-Medien, die mit den Foristen-Debatten mehr verdienen als mit besonnenem und wichtigem Journalismus
- Eitelkeit und eingebildetetes Revoluzzertum + Unangepasstheit -- lustigerweise glauben beide Seiten der Debatte, dass sie Anti-Mainstream-Ansichten vertreten, obwohl sie diametral zueinander sind

Kurz gesagt: bei der Online-Genderdebatte handelt es sich um einen Zirkus der Eitelkeit, der Profilierungskrankheit, der Effekthascherei von ausschließlich verkrachten KünstlerInnen, VernetzungskünstlerInnen, AutorInnen, ÖffentlichkeitsarbeiterInnen und all jenen, die mit ihnen auf die eine oder andere Art verdienen.

Etwas Nützliches herzustellen ist in unserer deindustrialisierten, d.h. untergehenden, verblödeten, Welt nicht mehr lukrativ. Wer was werden und was verdienen will, braucht heute ein möglichst großes GEFOLGE. Wer zu blöd für gute Unterhaltung und Publikum ist, der macht dann halt auf Gender und nimmt an Gender-Preisausschreiben teil. Es ist schlimm genug, dass sich heutzutage jede mehr oder weniger im Show-Geschäft sieht. Es ist noch schlimmer, dass die westliche Welt die Popularität von Gender für ein Anzeichen eines brennenden gesellschaftlichen Problems hält, denn tatsächlich sind die Heere an Gender-Debattierern bloß ein Symptom für Verzweiflung:
- verzweifelt, weil nichts zu sagen außer "ich bin eine Frau und will mehr Respekt"
- verzweifelt, weil keine Aussichten auf ein Gefolge ohne "ich bin eine Frau und will mehr Respekt"
- verzweifelt, weil nichts besseres zu tun im Büro
- verzweifelt, weil die LeserInnen und ZuseherInnen davonrennen und das Internet das Geschäft mit Inseraten ruiniert

Feminismus hat die westliche Welt übrigens sehr schnell und sehr stark verändert, und zwar zum besseren. Unterhaltet euch mal mit älteren Büromenschen über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vor 1990. Oder seht euch alte Filme an und vergleicht das Frauenbild mit dem in heutigen Filmen. Der heutige Gender-Zirkus hat mit solchen Fortschritten absolut nichts zu tun. Der heutige Gender-Zirkus hat mehr mit Reality-TV und "Voten" am Internet zu tun.
« Last Edit: 2014, 09, 17; 11:04:26 by marenostrum »