Author Topic: was POSTGENDER überhaupt ist  (Read 3803 times)

hellboy

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was POSTGENDER überhaupt ist
« on: 2014, 02, 20; 22:17:56 »
Das ist Postgender
Die Lehre von der Normalität der Verschiedenheit.

Postgender ist die positive Reaktion auf die Verschiedenheit von Menschen. Es ist die Aufgabe des Staates und seiner Behörden, im Rahmen der Verfassung allen Menschen die Befriedigung ihrer unterschiedlichen Bedürfnisse so weit es geht zu ermöglichen. Keinesfalls dürfen dabei individuelle Eigenschaften gegeneinander aufgewogen oder überhaupt gewertet werden.

Der Postgender-Ansatz geht davon aus, dass Geschlecht und sexuelle Ausrichtung genau wie die Hautfarbe und ähnliche Persönlichkeitsmerkmale kein Anlass für Diskriminierung sein dürfen. Anders als der Feminismus oder (oft) der aktuelle Zeitgeist, erachtet Postgender die sogenannte positive Diskriminierung durch Quoten oder Sprachvorschriften wie das generische Femininum als nicht zielführend. Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß diese Ansätze meist sogar kontraproduktiv sind, und dieser Realität muß man sich stellen. Vielmehr sollen jene Methoden die sich bewährt haben, wie zB Coachings und mehr Gleichstellungsbeauftragte, verstärkt zum Einsatz kommen, und die in modernen Gesellschaften ganz selbstverständlich herrschende Gleichberechtigung vorgelebt werden, um die positiven Effekte hervorzuheben. Das Geschlecht muß konsequent überall wo es keine faktische Relevanz hat als Kriterium ausgeblendet werden, egal ob es um Postenbesetzung oder sonstige Aufgaben geht. Der Ansatz sich für die Gleichberechtigung aller Menschen einzusetzen sollte ohnedies selbstverständlich sein, und keinesfalls auf das Genderthema beschränkt sein.

Der Feminismus hat seine Schuldigkeit getan, er kann gehen. In den fortschrittlichen Ländern hat er zu Gleichstellungsgesetzen und Lohngerechtigkeit geführt, und es wurde eine Chancengleichheit erreicht, die auch zum Vorbild für viele andere diskriminierte Gruppen wurde, die in seinem Sog ebenfalls eine massive Stärkung ihrer Rechte erreichen konnten. Das was heute als Feminismus verkauft wird, hat aber mit Gleichberechtigung nichts zu tun. Da versuchen bei näherem Hinsehen vor allem linke Ideologen, ihre perfiden Ideen die zB "Marxismus-Feminismus" heißen, unter dem Deckmantel der Genderpolitik mit zu verkaufen. Selbsternannte Vertreter "aller Frauen", die über keinerlei demokratische Legitimation verfügen, erdreisten sich ihren Männerhaß als den gemeinsamen Willen "der Frauen" hinzustellen, und versuchen krampfhaft einen Konflikt der Geschlechter anzuzetteln. Männer werden pauschal als "maskunazis" diskriminiert, deren viehische Natur sich in einer "rapeculture", der natürlichen Veranlagung der Männer zur Vergewaltigung manifestieren soll. Die immer zahlreicher werdenden Frauen, die sich gegen diese zivilisationsfeindlichen und zersetzerischen Tendenzen zur Wehr setzen, werden auf übelste und niederträchtigste Weise angefeindet und bedrängt, und jede Person, die sich der künstlich am kochen gehaltenen Genderhysterie nicht anschließen will, wird sofort und möglichst öffentlich als rechtsradikaler Chauvinist hingestellt. Genau das ist heute der Feminismus, und genau dazu ist postgender der Gegenentwurf.

Es nützt dem Anliegen der Gleichstellung auch nichts, wenn sich Frauen oder die Queer-Community untereinander treffen, und sich untereinander bestätigen, daß sie gerne gleichberechtigt wären. Es sind die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die von der Gerechtigkeit überzeugt werden müssen, und davon, dass einige gängige Praktiken und Haltungen es nicht sind. Dies kann vor allem erreicht werden, indem auf die positiven Effekte des höheren Frauenanteils in höheren Positionen in jenen Ländern, in denen dieser Anteil höher ist, hingewiesen wird. "Die Welt wäre dann schöner" ist kein Argument. Bei Entscheidungsträgern zählen nur Ergebnisse und die Aussichten darauf. Auch die UNO hat das erkannt, und versucht mit der he for she Campagne nicht nur Männer für den Kampf gegen Diskriminierung mit ins Boot zu holen, sondern auch gegen das Phänomen der Gleichsetzung von Feminismus mit Männerhaß anzukämpfen.

Das Gendern der Sprache ist ein Irrweg. Das führt nur zu (berechtigten) Abwehrreaktionen in der Gesellschaft. Diese sind nicht Folge eines unterschwelligen Chauvinismus, sondern verständliche Auswirkung der Abgehgobenheit der gegenderten Sprache, die mit der Alltagssprache der Menschen wenig zu tun hat, und mit den Anforderungen an geschliffene, gut lesbare Texte, die verkaufen und überzeugen müssen schon gar nicht. Das Getrommel um Gendering führt auch zu einer steigenden Politikverdrossenheit, weil es von der Bevölkerung zurecht als Abgrenzung der herrschenden Klasse vom gemeinen Volk empfunden wird, genau wie das Beamtendeutsch, hinter dem rhetorisch geschulte Personen aus Politik und Wirtschaft gerne ihre wahren Anliegen verbergen. Die deutsche Sprache bietet in den allermeisten Fällen ausreichend Möglichkeiten, Dinge geschlechtsneutral zu formulieren. Mit ein wenig gutem Willen können also gerade in der Amtssprache Binnen-I und generisches Femininum gänzlich vermieden werden, ohne daß als diskriminierend empfundene maskuline Formen eingesetzt werden müssen. Zu diesem Schluß kam auch eine Plattform von Universitätsprofessoren, Lehrern sowie Journalisten und anderer Sprachkritiker, die eine "Rückkehr zur sprachlichen Normalität" fordern. Das Komitee "Büroorganisation und schriftliche Kommunikation" des Normungsinstitut Austrian Standards empfahl ebenfalls eine Abkehr vom Binnen-I, wurde jedoch von staatlicher Seite abgedreht, da die wissenschaftlichen Ergebnisse den Mächtigen ideologisch nicht zusagen. Daß wissenschaftliche Erkenntnisse aus ideologischen Gründen verworfen werden, ist eines der Hauptprobleme der Gender-Debatte. Das Normierungsinstitut ist dennoch standhaft geblieben, und hat eine Regelung im Sinne der Genderideologie abgelehnt. Hinzu kommt, daß die heute als Bezeichnung für das generische Femininum geforderte Endung "-in" genau das nicht ist. Das -in ist das Überbleibsel einer Suffix, die Dazugehörigkeit bedeutete. König-in war eine dem König dazugehörige Person. Das ist auch genau der Grund, warum auch das Genus des Wortes weiblich ist. Nein, nicht weil die Königin eine Frau ist, sondern weil das Wort ursprünglich eine abstrakte Konstruktion war, und diese Worte hatten den Genus, den man im Deutschen heute feminin nennt.

Auch Quoten sind immerwieder ein Grund, die Ansätze des Feminismus als Bevormundung zu empfinden. Es gibt bereits Bereiche wie zB Bildung, in denen es einen starken Überhang an Frauen gibt. Wenn dort Männerquoten gefordert werden, wird das als absurd zurückgewiesen. Dies ist durchaus berechtigt, genau so absurd sind aber Frauenquoten anderswo. Viel sinnvoller sind hier Vorschläge wie z.B. optimierte Ausschreibungsverfahren, die Bewerbungen von unabhängigen Instanzen anonymisiert und ohne Angabe des Geschlechts bewerten, wo das möglich ist. Die ungleiche Bezahlung gleicher Arbeit ist längst Geschichte. Die Probleme die es noch gibt sind struktureller Natur, wie der hohe Anteil an Frauen in Teilzeitarbeit und Berufen mit niedriger Qualifikation, die einfach schlechter bezahlt werden. Andere formen der Diskriminierung betreffen Arbeitnehmer die keine Frauen sind genauso, und müssen selbstverständlich bekämpft werden. Dazu muss auch massiv Aufklärung betrieben werden, und es bedarf vor allem einer größeren Zahl von Anlaufstellen für Diskriminierte, wo die Identität der Personen vertraulich behandelt wird, um negative Folgen der Anzeigen zu verhindern. Was die Ungleichbehandlung nämlich bis heute möglich macht, ist die Angst der Diskriminierten vor den Folgen einer Auflehnung gegen diese Ungerechtigkeit. In Norwegen, wo es seit sechs Jahren die Frauenquote gibt, ist das ernüchternde Ergebnis: Die Quote hat für weibliche Beschäftigte unterhalb der Führungsebene weder nennenswerte Karriere- noch Einkommensvorteile gebracht. Auch in Holland, dem zweiten Land in dem sie eingeführt wurde, sind die Erfahrungen mit der Quote durchweg negativ.

Wenn man will, daß sich mehr Frauen und Transgenderpersonen an Führungspositionen herantrauen, muß man das machen was funktioniert. Das sind eindeutig Coachings, denn wenn wegen ihres Geschlechtes benachteiligte Personen für Führungspositionen geeignet sind gibt es oft das Problem, daß sie sich das selbst garnicht zutrauen. Genau da müssen die Mechanismen zur Gleichstellung ansetzen. Coachings funktionieren, im Gegensatz zu Quoten, weil die Leute die wirklich was können lernen sich durchzusetzen, und nicht diejenigen die nix können wegen ihres Geschlechts trotzdem gewaltsam in Positionen gedrückt werden, die sie dann überfordern, womit sie ersteren Leuten wieder Prügel in den Weg schmeißen.

Postgender ist auch ein laizistischer Ansatz. In den meisten Religionen ist der Frau eine untergeordnete Rolle zugedacht, und andere Geschlechter sind als widernatürlich verachtet oder sogar geächtet. Religiöse Unterweisung ist in den meisten Gesellschaftsschichten Teil der frühkindlichen Erziehung, weshalb auch deren Vorurteile und negativen Bewertungen aller Geschlechter und sexuellen Ausrichtungen außer dem hetero-Mann den Kindern frühzeitig eingeprägt werden. Um in einer modernen Gesellschaft noch ein Existenzrecht zu besitzen, müssen sich die Religionen hier entweder anpassen, oder aus dem Leben der Menschen verschwinden, weil sich Postgender demnächst durchsetzen wird, da dieser Ansatz der einzig gerechte für die Zukunft ist.


Die hysterischen Reaktionen auf angeblich "sexistische Anspielungen" kommen ausschließlich von Leuten, die der Gesellschaft in Wahrheit ihre heuchlerische neue Prüderie aufzwingen wollen. Weil sie nur so tun, als wollten sie Gleichberechtigung, tatsächlich sind sie aber reaktionäre Spießer. Wer jeden anzüglichen Witz als Beleidigung sieht, oder gar die Kunst in der Verwendung der Sprache einschränken will, strebt nicht nach Gleichberechtigung, sondern nach Diktatur. Die Sprachregelungen die von Genderfanatikern gefordert werden, sind der erste Schritt in die Zensur. Diese Rückfälle in die Zeiten der Temperenzbewegung fügen der Bewegung für Frauenrechte erneut schweren Schaden zu, weil man sich vonseiten der Gemäßigten aus einem falsch verstandenen Solidaritätsgefühl heraus nicht von diesen Auswüchsen distanzieren will.

Postgender heißt nämlich, daß man es als selbstverständlich erachtet, daß Frauen sich selbst wehren können. Sie brauchen keinen Helden in strahlender Rüstung, der sich der armen Hascherln erbarmt, und sie vor der bösen Welt errettet. Das impliziert nämlich das alte Vorurteil, daß sich Frauen nicht selbstständig behaupten können. Jene Pseudopiraten, die sich da sofort als vermeintliche Kavalliere für sie ins Zeug werfen, sind demnach dafür mit verantwortlich, daß sich beim Thema Gleichberechtigung so wenig tut, und so wenige Frauen den Weg zu den Piraten finden. Moderne, selbstbewusste Frauen finden es nämlich voll widerlich, wenn sich so peinliche Pseudomachos und verblendete Superfemanzen als die großen Beschützer aufplustern.

Genausowenig brauchen Frauen auch Bevormundung durch Quoten oder Gendern von Sprache. Die Quoten transportieren nämlich dieselbe Botschaft wie die vermeintliche Ritterlichkeit, das Gendern der Sprache soll angeblich eine "positive Diskriminierung" sein. Das bedeutet, daß man mithilfe der Verunstaltung der Sprache die Menschen ständig mit dem Thema belästigen will, um so "ein Bewußtsein zu schaffen". In Wahrheit schädigt man das Anliegen der Gleichberechtigung nachhaltig, indem man die Menschen durch diese absichtliche permanente Schikane in eine Abwehrhaltung treibt, und man transportiert ein weiteres Vorurteil der reaktionären Spießer: "Frauen können nicht argumentieren, sondern nerven so lange rum, bis sie kriegen was sie wollen."

Das ist vergleichbar mit dem Trick, den das Habsburger-Regime dereinst bei den Beamten abgezogen hat, als die mehr Lohn wollten: sie haben ihnen Titel wie "Oberamtsrat" oder "Oberstudienrat" gegeben, und sie waren alle stolz wie Oscar. Aber sie haben keinen Groschen mehr verdient. Und genau das gleiche passiert gerade mit den Frauen. Viele glauben, daß Verunstaltungen der Sprache ihnen mehr Respekt einbringen werden, und ihr Lohnniveau sich dann irgendwann ganz von selbst anpassen wird. In Wahrheit lassen sie sich von dieser eigentlich sehr durchschaubaren Finte nur von den echten Problemen ablenken.

Das schlimmste was die feministische Bewegung jedoch hervorgebracht hat, ist ihr abgründiger Revanchismus. Das Ziel ist nichtmehr Gleichberechtigung, sondern eine Bevorzugung von Frauen. Das "Argument" dafür ist immerwieder, daß die Frauen jetzt Jahrhunderte lang benachteiligt worden wären, und jetzt einmal bevorzugt werden müssten. Und als ob das nicht absurd genug wäre, reicht es den fanatischen Feministinnen nicht, daß Frauen bevorzugt werden, es müssen Feministinnen sein. So wird also nicht nur eine Bevorzugung nach Geschlecht, sondern nach Gesinnung gefordert. Wir fordern aber echte Gleichberechtigung aller Menschen, egal welchen Geschlechts und welcher Gesinnung.

Das Thema Gleichberechtigung wird so wie viel zu viele in der heutigen Politik dazu missbraucht, den politischen Diskurs zu ideologisieren und zu emotionalisieren. Es wird versucht zwei Lager zu konstruieren, und sie gegeneinander aufzuhetzen, im gegenständlichen Fall eben Frauen gegen Männer. Diese populistische Bauernfängerei führt zwar leider zu kurzfristigen Wahlerfolgen, keinesfalls aber zu langfristig brauchbaren Konzepten oder gar Lösungen. Postgender ist die Rückbesinnung auf das Faktische, der Verzicht auf Dogmen und Patentrezepte und die Forderung danach das zu tun, was funktioniert, und verfehlte Methoden und Zielsetzungen aufzugeben. Wie in allen Bereichen der Politik kann auch bei der Gleichberechtigung echter Fortschritt nur miteinander erreicht werden, niemals gegeneinander.

ahoy
hellboy


ps: genauer
« Last Edit: 2016, 09, 17; 13:30:45 by hellboy »
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hellboy

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Re: was POSTGENDER überhaupt ist
« Reply #1 on: 2014, 04, 17; 00:24:05 »
bevor das "genauer" weg ist:

Der Ursprung von Postgender


Stephanie Reuter

Aus: Intersexualität Innerhalb Heteronormativer Gesellschaftsstrukturen

Von: Stephanie Reuter, Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen, Note: 1,0, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Institut für Medien und Kultur)

Postgender:


Die Postgender-Bewegung bedient sich des dekonstruktivistischen Ansatzes, indem sie die Auflösung der Geschlechterkategorien fordert. Ebenso sollen die damit einhergehenden Machtstrukturen aufgegeben werden. Gäbe es keine Geschlechterkategorien mehr, würde damit auch die biologische und medizinsche Deutungsebene entfallen. Ebenso entfiele die Grundlage für die Diskriminierung sexueller Orientierung und sexuelle Diskriminierung allgemein. Der Wegfall von Kategorien könnte einen Freiheitsgewinn nicht nur für intersexuelle, sondern für alle Menschen bedeuten. Normative Geschlechterstrukturen würden aufgelöst und dem Einzelnen böte sich die Möglichkeit für ein persönliches Verständnis und einen individuellen Ausdruck seiner sexuellen Identität. Gleichzeitig darf nicht unberücksichtigt gelassen werden, daß durch eine derartige Dekonstruktion des Geschlechtermodells mit damit einhergehender Auflösung patriachaler Strukturen, das gesamte, auf eben den genannten dimorphen, hierarchischen Geschlechternormen basierende Gesellschaftskonstrukt ebenfalls demontiert würde. Dies würde neben der Möglichkeit für einen von normativen Faktoren unabhängigen individuellen Lebensentwurf auch einen Verlust von Sicherheit und Identifikationseinheiten bedeuten. Wenn man berücksichtigt, dass Gender eine Identifikationskategorie ist, die jede menschliche Kommunikation grundlegend prägt, dürfte die mit der Abschaffung dieser Kategorie einhergehende Verunsichrung enorm sein.


Judith Butler

Wir müssen eine Möglichkeit finden, diesen tieferen und vielleicht uneinholbaren Sinn von Konstituiertheit und Zwang beschreiben zu können, angesichts dessen die Vorstellung von "Wahl" oder "freier Entfaltung" nicht bloß fremd, sondern undenkbar und manchmal sogar grausam erscheint.

Judith Butler: Körper vor Gewicht, Suhrkamp


Antje Schrupp

• Eine freiheitliche Politik besteht nicht in der Behauptung einer (immer nur abstrakt denkbaren) Gleichheit der Menschen, sondern in kreativen und dem jeweiligen Kontext angemessenen Wegen, mit der (real vorhandenen) Ungleichheit der Menschen umzugehen, ohne dass daraus Herrschaft entsteht.

• Eine freie Gesellschaft, die den Geschlechterdualismus überwunden hat, besteht nicht in einer geschlechtslosen Gesellschaft, sondern in einer geschlechtervielfältigen Gesellschaft. Ob es zwei, drei, vier oder fünf Geschlechter gibt, ist nicht so wichtig und hängt von vielen Faktoren ab. Der entscheidende Punkt ist: Es darf nicht nur eines geben.

Antje Schrupp




Auch wenn's weh tut, manche werden wirklich erst zufrieden sein, wenn's menschinnen und menschen, Personinnen und Personen und Leutinnen um Leute heißt.

Mein lieblingsvergleich ist aber immernoch der Trick, den das Habsburger-Regime bei den Beamten abgezogen hat, als die mehr Lohn wollten: sie haben ihnen Titel wie Oberamtsrat oder Oberstudienrat gegeben, und sie waren alle stolz wie Oscar. Aber sie haben keinen Groschen mehr verdient. Und genau das gleiche passiert gerade mit den Frauen. Sie Glauben, daß Verunstaltungen der Sprache ihnen mehr Respekt einbringen werden, und ihr Lohnniveau sich dann irgendwann ganz von selbst anpassen wird, in Wahrheit lassen sie sich von dieser eigentlich sehr durchschaubaren Finte nur von den echten Problemen ablenken.

Und darum sind wir bei den Piraten postgender und Pfeifen auf das binnen-i.


Gigi: § 4) Die Bezeichnung "Pirat" spiegelt die Postgender-Ausrichtung der PPÖ wider. Welches Geschlecht ein Mensch hat, ist im Internet unbedeutend. Deshalb soll es auch im normalen Leben unbedeutend sein. Männer, Frauen, Kinder, Transsexuelle, Intersexuelle und sonstige hier unerwähnte Formen, mit denen die Natur die menschliche Existenz vielfältig bereichert, sind gleichberechtigt. Wo es für guten Lesefluss notwendig ist, verwendet die PPÖ eine geschlechtsspezifische Bezeichnung; stellt dabei jedoch explizit fest, dass alle Menschen gleichermaßen gemeint sind. Jedem Pirat steht es frei, "Piratin" oder andere Bezeichnungen zu verwenden, jedoch lehnen wir komplizierte Schreibweisen mit Binnen-I, Gender-Gap, oder dergleichen ab. https://forum.piratenpartei-wien.at/viewtopic.php?f=79&t=3895&p=27378&hilit=postgender#p27378


hellboy: Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, daß unser Postgender-Begriff die seltsame Idee der "Weiter"entwicklung der Menschheit zu geschlechtsneutralen Cyborg-Wesen meint. Hier wartet noch viel Aufklärungsarbeit auf uns.


Ger77: Erst mit der Auflösung der Rollenzwänge die durch ein gesetzlich verordnetes Geschlecht verursacht werden, kann man sich aus diesen befreien. Derzeit ist die Auflösung nur bis zu dem Punkt fortgeschritten, bei dem es darum geht, Rollenzwang zu beseitigen, jedoch die bei der Geburt zugeordnete Rolle als solche wird weiterhin als überaus wichtig für die eigene Identität angesehen. "Frausein" und "Mannsein" hat eine sogar stärker werdende Wertigkeit, die aber dafür verantwortlich ist, dass Diskriminierungen nicht behoben werden können. Diese Wertigkeit, nicht die Rolle selbst, soll aufgehoben werden.

Das Ziel von post-gender/gender-less ist die Auflösung dieser Zwangzuordnung. Damit werden auch jene Menschen befreit, die derzeit, da sie weder Mann, noch Frau sind oder sein wollen, von der Gesellschaft missachtet werden. Rollen sollen so gewählt werden können, wie es jede Person zu einem Zeitpunkt gerade für richtig hält.

Wege zu Postgender

Einfach mitmachen! Auflehnung gegen Neokonservativismus und die neue Prüderie in Sprache und Denken!

http://piratepad.net/Postgender



Postgender in 5 Sätzen

Postgender akzeptiert das Geschlecht und die sexuelle Ausrichtung nicht als relevantes Persönlichkeitsmerkmal, sondern als rein private Angelegenheit.

Postgender lehnt das Gendern von Sprache oder gar das generische Femininum als sogenannte "positive Diskriminierung" im Gegensatz zum derzeitigen zeitgeistigen Feminismus ab, da es mehr Geschlechter gibt die diskriminiert werden, und Diskriminierung niemals positiv sein kann.

Postgender wehrt sich gegen die neue Prüderie, die Bigotterie und die Geißel der political correctness, die sich im Sog des Feminismus ausbreiten.

Um Postgender durchsetzen zu können, müssen die Piraten es konsequent vorleben, und sich nicht von den Vorgaben der anderen Parteien korrumpieren lassen.

Postgender fordert ein Ende der Abschaffung echter wissenschaftlicher Lehrstühle an Universitäten zugunsten von pseudowissenschaftlichen "Gender-Studies", und fordert stattdessen ein durchgehend laizistisches Bildungssystem ohne die derzeit noch viel zu stark vorhandenen geschlechtsbezogenen Stereotype.

under construction!


« Last Edit: 2014, 06, 18; 12:09:23 by hellboy »
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Re: was POSTGENDER überhaupt ist
« Reply #2 on: 2014, 06, 16; 17:26:42 »
weitere textsplitter

von da: http://diestandard.at/2000001902882/Gleich-nach-Gender-kommt-Gleichberechtigung?ti=dERk3OANEbr7ID1t0aPmflkjAFvtJEFKvzWvOabCBOJSRxUb4X_JqV-sJgE-eGyELmOqzLkEuOn_tq9_orkB8USox_wPpq51Ni2E8ZaFagMFTHlACArgwVQYowHKfR7_41gpI-uoLcmXqSgt_gyjEgSo8X8.&ti=aSoBp_ldVQ7YVD-Kvf7jr_WivVnmueE5uwePxmxqJWWthD1UYsdEvhlvvJK3nfD16bcTuh1WMvGdgyhYnwSpNyJKp5jud1EMHBtDNc2vup3i3Jrzoe7DvYCFBwdLxbDiWVX1ogzfvsl6cWMSpGsNVG25Hik.&at=

 Ich habe das postgender-Konzept geschrieben, und mit mir hat niemand geredet.
Ich war damals, als diese Befragungen stattgefunden haben, nicht nur Bundesvorstand und Pressesprecher der Piraten, sondern auch überall groß als postgender-Sprecher ausgewiesen. Warum die Frau ausgerechnet mit mir NICHT gesprochen hat, ist ... interessant. Daß es bei postgender kein Bewusstsein für Ungleichbehandlungen und keine Lösungsvorschläge dafür gibt, stimmt einfach nicht. Das ist hier ganz öffentlich nachzulesen: http://partypiratesat.createaforum.com/tfpostgender/was-postgender-uberhaupt-ist/
Und wieviele Menschen welchen Geschlecht's es bei den Piraten gibt, kann niemand sagen, weil das Geschlecht bei uns garnicht erhoben wird. Alle diesbezüglichen Behauptungen sind also reine Spekulation. ahoy hellboy

Darum geht es ja bei postgender. Es gibt eben nicht nur zwei Geschlechter. Und es werden viele Menschen aus anderen gründen als dem Geschlecht noch viel mehr diskriminiert. Postgender sagt einfach nur daß es kontraproduktiv ist, sich auf eine Gruppe zu konzentrieren, die noch dazu garnichtmehr so sehr diskriminiert wird, weil da zum Glück schon einiges erreicht wurde, sondern sich die Piraten gegen JEDE Form der Diskriminierung gleichermaßen einsetzen. Wer das nicht will muß sich halt eine andere Partei als die Piraten suchen.

Vielleicht würde aktuelle Literatur helfen Wenn man da nämlich reinschaut ist von weniger Lohn bei gleicher Arbeit kaum noch die rede. Da muß man den Sozis auch einmal gratulieren, daß sie das ziemlich erfolgreich abgestellt haben. Was man dort tun kann, wo es das noch gibt, beantwortet postgender.

F: Warum folgen viele Frauen und Männer immer noch alten Rollenbildern?
A: Klare und einfache Antwort: frühkindlichen Prägung durch religiöse und spießbürgerliche Traditionen. Da helfen aber weder Quoten noch Verunstaltung der Sprache, sondern nur laizismus.

Seit 1997 wurden in Deutschland 21 Lehrstühle für Paläontologie gestrichen, und in der selben zeit 30 für genderstudies eingerichtet. http://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-kulturelle-unterschiede Eine hat sogar die "völlige entmännlichung der Sprache" zum Ziel gehabt, aber die wurde dann doch noch rechtzeitig aufgehalten. http://m.n24.de/n24/Mediathek/videos/d/4627718/forscher-wollen-sprache--entmaennlichen-.html
« Last Edit: 2014, 06, 16; 17:31:56 by hellboy »
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Re: was POSTGENDER überhaupt ist
« Reply #3 on: 2014, 06, 29; 16:15:06 »
neu:
Quote
Postgender ist die positive Reaktion auf die Verschiedenheit von Menschen. Es ist die Aufgabe des Staates und seiner Behörden, im Rahmen der Verfassung allen Menschen die Befriedigung ihrer unterschiedlichen Bedürfnisse so weit es geht zu ermöglichen. Keinesfalls dürfen dabei individuelle Eigenschaften gegeneinander aufgewogen oder gewertet werden.

Quote
Es gibt nicht nur zwei Geschlechter. Und es werden viele Menschen aus anderen Gründen als dem Geschlecht noch viel mehr diskriminiert. Postgender geht davon aus, daß es kontraproduktiv ist, sich auf eine Gruppe zu konzentrieren, die noch dazu garnichtmehr so sehr diskriminiert wird, weil da zum Glück schon einiges erreicht wurde, sondern sich die Piraten gegen JEDE Form der Diskriminierung gleichermaßen einsetzen.

Quote
Es gibt bereits Bereiche wie zB Bildung, in denen es einen starken Überhang an Frauen gibt. Wenn dort Männerquoten gefordert werden, wird das als absurd zurückgewiesen. Dies ist durchaus berechtigt, genau so absurd sind aber Frauenquoten anderswo.

Quote
Diese Rückfälle in die Zeiten der Temperenzbewegung fügen der Bewegung für Frauenrechte erneut schweren Schaden zu, weil man sich vonseiten der Gemäßigten aus einem falsch verstandenen Solidaritätsgefühl heraus nicht von diesen Auswüchsen distanzieren will.

ahoy
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Re: was POSTGENDER überhaupt ist
« Reply #4 on: 2014, 09, 14; 12:39:21 »
Quote
Aus für Gender

Ein Mann, eine Idee, eine Tat.

Der Mann

Harald Eia, mit einem MA in Soziologie und Norwegens bekanntester Komiker, kam nach seinem Studium zu der Erkenntnis, dass die Gendertheorie - nach der Mann und Frau gleich seien und alle Unterschiede ihre Ursache ausnahmslos in gesellschaftlichen Prägungen hätten, und nicht mit den klassischen Wissenschaften wie  Biologie, Anthropologie etc. übereinstimmen. Sein Kommentar: „Ich fühlte mich von meinen Universitätslehrern betrogen“.

Die Idee

Eia’s Idee war es, das „Gender Paradox“ in Norwegen zu hinterfragen. Dieses Paradox besteht in einem Widerspruch zwischen jahrzehntelanger „gendersensibler“ Erziehung zur Gleichheit (hier der norwegische Genderplan) und den nach wie vor unterschiedlichen männlichen und weiblichen klassischen Berufswahl. Dieser Unterschied war bezeichnenderweise seit langem größer als in vergleichbaren  Ländern. Das  Thema wurde mehr und mehr zu einem Tabu in der norwegischen Öffentlichkeit. Das wollte Harald Eia u.a. durchbrechen.

Die Tat

Er organisierte ein Kamerateam und stellte bekannten norwegischen Wissenschaftlern kritische Fragen zur Gendertheorie im Vergleich zu Erkenntnissen aus den klassischen Wissenschaften. Es waren Fragen über sexuelle Orientierung, Geschlechtsrollen, Gewalt, Rasse und Erziehung. Er tat dies mit seinem fundierten Vorwissen in einer geplant  naiven, aber humorvollen Fragetechnik. Solche Art Fragen  waren die Wissenschaftler nicht gewohnt, besonders nicht bezüglich der bis dato sakrosankten Gendertheorie. Viele Interviewte merkten erst danach, was da eigentlich abgelaufen war. Ehe sie sich beschweren konnten, gingen seine Interviews im Frühjahr 2011 beim staatlichen TV-Sender NRK in der Sendereihe „Gehirnwäsche“ auf Sendung. Die Öffentlichkeit war schockiert und die Wissenschaft entsetzt.

Update 17.09.2012: Das NRK sendete sieben EIA-Videos. Das Video, was am meisten  die Wissenschaftsszene und dann die politische Szene anheizte, war das Video Nr.1 „The Gender Equality Paradox“ . Es war das Thema, was Harald Eia veranlasste, die „Basics“ der ganzen Gender-Theorie zu hinterfragen. Hier ist das Video Nr. 1 mit deutschen Untertiteln zusehen, und hier folgt ein Übersetzungstext des Videos. Harald Eia thematisierte darin die hoffnungslosen, jahrzehntelangen,   "gendersensiblen"  Umerziehungsversuche  zu einer geschlechtsunabhängigen Berufswahl. Das Ergebnis:  ein unverändertes Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen. Ebenso sehenswert ist das Video Nr 7   "Nature and Nuture", in dem es um die klassische Frage der genetischen und kulturellen Einflüsse auf den Menschen geht.

Das Ergebnis

Wissenschaftliche Diskurse waren in Norwegen generell bis zu den Eia-Videos öffentlich einfach nicht existent. Nach den TV Sendungen fand über Wissenschaft und  speziell über das  „Gender“  Thema eine landesweite Debatte statt. Über diese  Entwicklung wird in der Pressemitteilung des Europäischen Journalistenverbandes folgendes Resümee gezogen:

“So even if Eia’s methods have been critisised, there is now a general agreement that the result of this project has been good for both the sciences and society as a whole. For the first time, science is really being discussed. Even if many strange things have been said and written, this has been (and still is) a unique educational process for both the general public and the scientific community.”

Ein späteres Ereignis in diesem Zusammenhang war noch viel sensationeller: am 19.Oktober 2011 erschien eine Pressemitteilung, die die Schließung des NIKK, des Nordic Gender Institute  zum Jahresende 2011 ankündigte. Damit war der Förderstopp auch für Genderstudies des skandinavischen Institutes verfügt. Dies wurde mit einer einstimmigen Entscheidung des Nordic Council (ein Rat aller vier skandinavischen Minister für „Gender equality and migration“) beendet. Der Council begründete seine Entscheidung damit, dass es dem NIKK mit seinen Genderstudies nicht gelungen sei, weder zur wissenschaftlichen Debatte in allen nordischen Ländern beigetragen, noch mit Umsetzung ihrer Ergebnisse die Brücke zur Gesamtgesellschaft geschlagen zu haben. Und das in dem „Genderland Nr. 2“ auf der Welt (nach dem Global Gender Gap Index 2011)! Auch der Versuch, die Genderstudies durch sinnvolle Projekte zu ersetzen, wurde von dem Council abgelehnt.

Das Resümee

Das ist alles Monate her. Wir erfuhren von den Videos von unseren französischen Kollegen im Mai 2012. Allerdings konnten wir damit nicht sonderlich viel anfangen, weil die Hintergründe unklar waren.  Erst kürzlich gelangte obige Pressemitteilung über diverse Google Alerts an unsere Adresse.
Warum  diese monatelange Verzögerung? Warum war darüber bisher in der deutschen Presse monatelang nichts zu finden? Gab es da ein Schweigekartell? Und wenn ja, warum?
Wir vermuten: die Gründe für den Förderstop könnten auch in Deutschland zu einer möglichen Evaluation der deutschen Gender Studies führen:

es braucht eine Art  „Besessenheit“ eines Einzelnen (hier: ein Mann), so ein Evaluations - Projekt zu initiieren und gegen eine geschlossene ideologische Front durchzustehen
die seit den 70ern praktizierte „Genderlehre“ – ohne Austausch mit den klassischen  Wissenschaften – ist im sozialdemokratischen Norwegen wie ein Kartenhaus zusammengebrochen.
die befragten Genderexperten waren es offensichtlich nie gewohnt, dass ihre Theorie öffentlich hinterfragt wurde. Ihre Diskursfähigkeit wurde somit kaum auf die Probe gestellt.
die Staatsideologie „Gender“  wurde auch in Norwegen durch die Bürgergesellschaft nie legitimiert. Gender gehörte nicht zum öffentlichen Diskurs, obwohl es gerade ihn manipuliert hatte....
der Wohlfahrtsstaat (in Norwegen noch finanziert durch die Erdölförderung) ermöglichte eine Parallelwelt dieser Ideologie, beide sind allerdings eine schädliche Kooperation eingegangen
Harald Eia konnte zeigen: „Money corrupts science“.

Das Netz

Eine Google - Analyse der Netz-Reaktionen zu unserem Artikel hat ergeben:

die Reaktionen stammen bisher fast ausschließlich aus der Bloggerszene, d.h.
die online – Ausgaben der Printmedien schweigen und
ebenso schweigt die Genderszene

Das bedeutet, dass der eigentliche Diskurs über die Gendertheorie noch nicht begonnen hat. Die Genderszene kann es sich schlicht „leisten“, zu schweigen.  Und die Medien? Dazu hören wir von einem  Journalisten der Printmedien: “ Gender liegt nach wie vor unterhalb der Wahrnehmungsschwelle eines normalen Lesers“. Das ist wohl wahr, denn: man sollte bedenken, dass schätzungsweise 90% der Bevölkerung noch nie etwas von „Gender“ gehört hat. Das ist Programm. Ein staatsideolgisches Programm, welches ungehindert durch eine parlamentarische Opposition,  weiterhin ihre stetig fließenden Fördermittel in Millionenhöhe  bezieht. Darüber besteht parteienübergreifend ein stillschweigendes Einvernehmen. Genderprojekte sind  "Abnickprojekte". Diese Tatsachen sind mit ein zu beziehen, wenn man an eine Übertragung, an einen Transfer auf die deutsche Situation denkt:

Der Transfer (Update 14.9.12)

Was lernen wir für unsere deutschen Verhältnisse aus dem norwegischen Vorfall?

Der  Gleichheitsgedanke ist in Norwegen jahrzehntelang stärker verankert als in Deutschland, und trotzdem hat es nur eines Komikers bedurft, um nachzuweisen, dass die Gendertheorie nur aus einer Ansammlung von unbewiesen  Behauptungen besteht. Unfassbar: und trotzdem meint  die Genderideologie ,  einen universellen, ja sogar totalitären Anspruch zu besitzen - ohne öffentlichen Widerspruch, geschweige denn Empörung......

Zunächst übertragbar auf deutsche Verhältnisse sind im besonderen die Argumente des Förderstops des Nordic Councils:

die überwiegende Abkapselung der Gendertheorie  von den klassischen Wissenschaften (ein interdisziplinärer  Diskurs würde den ideologisch-totalitären Kern der Genderideologie bloßstellen). Eine Ausnahme stellt  die Pädagogik dar. An den Hochschulen und in den Kultusministerien ist sie mit der Genderideologie in den letzten Jahren eine Art Symbiose eingegangen.
die mangelnde Umsetzung der Gender Studies, bedingt durch eine  zwanghafte Scheu vor einer öffentlichen und dann auch  legitimierenden Debatte.

Genau wie in Norwegen wurden in Deutschland jahrzehntelang die Phänomene der Abkapselung und Scheu vor Öffentlichkeit einer Staatsideologie, wie die Genderideologie, von der Gesellschaft nicht hinterfragt. Im Gegenteil: die Gendertheorie konnte  sich zu einem gut subventionierten Tabuthema entwickeln.

Die Gründe für den Förderstopp, beschlossen von den skandinavischen Ministern des Nordic Council, sollte  für uns eine bedeutsame politische Signalwirkung haben, weil er u.a. den gesellschaftlichen Nutzen von Gender Studies prinzipiell in Frage stellt. Diese Entwicklung hat kürzlich auch an Universitäten in den USA eingesetzt. Ein Transfer der norwegischen Erfahrungen auf unsere Situation muss hier bei der Frage der sachgemäßen Mittelverwendung der Fördermittel und der fehlenden Umsetzbarkeit ansetzen.

AGENS sieht seine Aufgabe nach dem norwegischen Geschehen  umso mehr darin, die Evaluierung  Genderforschung an zu gehen und auf die entwürdigenden Auswirkungen der Gendertheorie in Kitas und Schulen, im öffentlichem Dienst, in der Bundeswehr, den Universitäten und, zunehmend auch  in der Privatwirtschaft (durch die Frauenquote) hinzuweisen. Nicht zu vergessen ist der Einfluß der Gleichheitsideologie auf die Familienpolitik. Am Beispiel Norwegen erkennen wir: auch in Deutschland haben wir ein Kartenhaus, das nur durch eine falsche Bewegung zusammenbrechen kann......

http://agensev.de/agens-meint/aus-fur-gender-mit-updates

Das gilt natürlich genauso für Österreich.

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Re: was POSTGENDER überhaupt ist
« Reply #5 on: 2014, 10, 01; 15:22:45 »
Ergänzt:

Alle gemeinsam für Gleichberechtigung
Quote
Auch die UNO hat das erkannt, und versucht mit der he for she Campagne nicht nur Männer für den Kampf gegen Diskriminierung mit ins Boot zu holen, sondern auch gegen das Phänomen der Gleichsetzung von Feminismus mit Männerhaß anzukämpfen.

Wissenschaft gegen Binnen-I
Quote
Zu diesem Schluß kam auch eine Plattform von Universitätsprofessoren, Lehrern sowie Journalisten und anderer Sprachkritiker, die eine "Rückkehr zur sprachlichen Normalität" fordern. Das Komitee "Büroorganisation und schriftliche Kommunikation" des Normungsinstitut Austrian Standards empfahl ebenfalls eine Abkehr vom Binnen-I, wurde jedoch von staatlicher Seite abgedreht, da die wissenschaftlichen Ergebnisse den Mächtigen ideologisch nicht zusagen. Daß wissenschaftliche Erkenntnisse aus ideologischen Gründen verworfen werden, ist eines der Hauptprobleme der Gender-Debatte.

Das mit der ungleichen Bezahlung richtiggestellt
Quote
Die ungleiche Bezahlung gleicher Arbeit ist längst Geschichte. Die Probleme die es noch gibt sind struktureller Natur, wie der hohe Anteil an Frauen in Teilzeitarbeit und Berufen mit niedriger Qualifikation, die einfach schlechter bezahlt werden. Andere formen der Diskriminierung betreffen Arbeitnehmer die keine Frauen sind genauso, und müssen selbstverständlich bekämpft werden.

Gescheiterte Quote in Holland
Quote
Auch in Holland, dem zweiten Land in dem sie eingeführt wurde, sind die Erfahrungen mit der Quote durchweg negativ.

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« Last Edit: 2014, 10, 02; 12:07:48 by hellboy »
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Re: was POSTGENDER überhaupt ist
« Reply #6 on: 2015, 02, 07; 00:46:06 »
Ergänzt: Coachings

Quote
Wenn man will, daß sich mehr Frauen und Transgenderpersonen an Führungspositionen herantrauen, muß man das machen was funktioniert. Das sind eindeutig Coachings, denn wenn wegen ihres Geschlechtes benachteiligte Personen für Führungspositionen geeignet sind gibt es oft das Problem, daß sie sich das selbst garnicht zutrauen. Genau da müssen die Mechanismen zur Gleichstellung ansetzen. Coachings funktionieren, im Gegensatz zu Quoten, weil die Leute die wirklich was können lernen sich durchzusetzen, und nicht diejenigen die nix können wegen ihres Geschlechts trotzdem gewaltsam in Positionen gedrückt werden, die sie dann überfordern, womit sie ersteren Leuten wieder Prügel in den Weg schmeißen.

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Re: was POSTGENDER überhaupt ist
« Reply #7 on: 2016, 09, 17; 13:22:46 »
Letzter Absatz neu. War:

Quote
Wer solche Verhaltensweisen an den Tag legt, zementiert die Ungleichbehandlung der Frauen, indem die alten Stereotype am Leben gehalten werden, die sonst ganz von selbst ausgestorben wären. Egal ob solche Leute es trotz der Absurdität ihres Verhaltens eh gut meinen, oder ob sie es absichtlich machen, sie sollten bei den Piraten eine fanatisch-verwirrtte Minderheit sein, und nicht den Ton angeben. Sonst kommen wir nie zu einem herzeigbaren Frauenanteil, aber das dürfte dabei ja auch das Ziel einiger Akteure sein. Frauen kriegen wir nur, wenn wir endlich Postgender wirklich umsetzen.

Ist jetzt:

Quote
Das Thema Gleichberechtigung wird so wie viel zu viele in der heutigen Politik dazu missbraucht, den politischen Diskurs zu ideologisieren und zu emotionalisieren. Es wird versucht zwei Lager zu konstruieren, und sie gegeneinander aufzuhetzen, im gegenständlichen Fall eben Frauen gegen Männer. Diese populistische Bauernfängerei führt zwar leider zu kurzfristigen Wahlerfolgen, keinesfalls aber zu langfristig brauchbaren Konzepten oder gar Lösungen. Postgender ist die Rückbesinnung auf das Faktische, der Verzicht auf Dogmen und Patentrezepte und die Forderung danach das zu tun, was funktioniert, und verfehlte Methoden und Zielsetzungen aufzugeben. Wie in allen Bereichen der Politik kann auch bei der Gleichberechtigung echter Fortschritt nur miteinander erreicht werden, niemals gegeneinander.

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« Last Edit: 2016, 09, 17; 13:31:23 by hellboy »
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